Emotionales Public Viewing zum Finale

Lüdenscheid - Eindeutig in der Überzahl waren die BVB-Fans am Samstagabend beim Public Viewing im Brauhaus. Die bittere Enttäuschung über den Sieg der Bayern in fast letzter Minute vor der ersehnten Verlängerung blieb aber nicht aus.

Hatten die lautstarken Dortmund-Fans ihren Verein zuvor noch aus der Ferne bejubelt, angefeuert und den Bayern laut Fangesang „die Lederhosen ausziehen“ wollen, blieben nach 90 Minuten Spannung nur noch Tränen, Fassungslosigkeit und in den Händen verborgene Gesichter. „Ich weiß nicht, was ich sagen soll. Irgendwie hat es wohl so kommen müssen. Bayern war vor allem in der zweiten Halbzeit einfach stärker“, räumt der treue BVB-Fan Pascal Pfaffenbach ein.

Ein glückliches Ende nahm der Abend nur für die vereinzelt im Brauhaus feiernden Bayern-Fans. Der sehnliche Wunsch des Lüdenscheiders und Bayern-Anhängers Udet Kroll, es möge doch „endlich mal einer reingehen – für den FC Bayern“, erfüllte sich nach der Halbzeitpause gleich zweimal. Auch sein Arbeitskollege Gregor Ernst, der beim Rudelgucken unter Fans des gegnerischen Lagers mit von der Partie war, sah die Bayern klar in einer Favoritenrolle. Vor allem aber gefiel ihm die friedliche Atmosphäre im gut gefüllten, aber doch nicht überfüllten Brauhaus. Die Stimmung sollte nicht an ein WM- oder EM-Niveau herankommen.

Das Toben der BVB-Fans erreichte wohl aber einen Höhepunkt, als Bayern-Verteidiger Dante ein Foul an BVB-Spieler Marco Reus beging und Ilkay Gündogan mit dem Foulelfmeter in der 68. Minute für den Ausgleich sorgte. Umso größer der Schock und das Entsetzen seitens der BVB-Fans über den Siegtreffer für die Bayern durch Arjen Robben zwei Minuten vor Ende der regulären Spielzeit.

Einzelne Brauhaus-Besucher waren so aufgebracht, dass sie der bis dahin sportlich-friedlichen Stimmung doch noch ein Ende setzten, indem sie Gläser von der Empore warfen. Verletzt wurde niemand, aber das Gedränge vor der Leinwand löste sich schnell auf. Viele traurige BVB-Fans verließen das Brauhaus mit gesenkten Köpfen. Die glückseligen Bayern-Fans saßen noch länger zusammen und feierten, dass der Pott endlich „nach Hause“ geholt wurde. - kk

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