Nach Lkw-Brand

Kanalrohr zerstört: Elbinger Straße bleibt gesperrt

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LÜDENSCHEID - Auf 115 Metern Länge muss das Kanalrohr in der Elbinger Straße, das nach dem Lkw-Feuer von Montagnacht ausbrannte, saniert werden. Die Kosten dürften bei etwa 100 000 Euro liegen.

Die Maßnahme soll in gut vier Wochen beginnen. Bis dahin bleibt der betroffene Teil der Elbinger Straße gesperrt. Grund: Schwere Lkw aus dem Mischgebiet könnten die Standsicherheit des stark in Mitleidenschaft gezogenen Altrohrs gefährden. Das erklärte am Mittwoch Josef Lorkowski, Leiter des Stadtentwässerungsbetriebes Lüdenscheid (SEL).

Bilder vom Brand

Giftige Rauchwolke nach Lkw-Brand an Elbinger Straße

Das Kanalrohr muss saniert werden.

Die Innenbeschichtung des Kanals sei 40 Meter unterhalb und etwa 60 Meter oberhalb der Brandstelle zerstört. Das Freilegen des Materials darunter habe für den intensiven Styrol-Geruch gesorgt, sagte Lorkowski weiter. Das jetzt mehrfach durchgespülte und zunächst wieder nutzbare Kanalrohr hat einen Durchmesser von 80 Zentimetern. Dafür werde von einer Spezialfirma jetzt passgenau ein Innenrohr, ein sogenannter Inliner, gebaut. Dieser werde in drei bis vier Wochen als dünner Schlauch angeliefert, in Kunststoff getränkt und von einem Abfluss zum anderen durch das vorhandene Rohr gezogen. Danach werde der Schlauch aufgeblasen, bis er an den Wänden des alten Kanals anliegt, wo der Kunststoff aushärtet und eine stabile Röhre mit eigener Statik bildet.

Die Baumaßnahme selbst werde nur ein bis zwei Tage in Anspruch nehmen, anschließend seien Hausanschlüsse und Einläufe neu anzubinden. Die mehrwöchige Sperrung des Teilstücks der Elbinger Straße sei vertretbar, da die anliegenden Firmen, die Spedition Schenker und die Hertz-Autovermietung, über Ausfahrten außerhalb der Sperrzone verfügen. Das Spülwasser mit den Ingredienzien aus dem verbrannten Kanal sei unterhalb von Schenker aufgefangen worden und lagere in Containern. Es wird noch darauf untersucht, ob es als Sondermüll entsorgt werden muss. Kanalrohre aus Kunststoff seien leicht und daher gut zu verarbeiten, weniger reparaturanfällig und daher nicht nur in Lüdenscheid gang und gäbe, betonte Lorkowski. Ein Materialwechsel wegen des seltenen Brandes komme daher nicht in Frage. - hgm

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