400 Meter Straße ohne Fahrbahndecke

Eklat an der Fräskante: Anwohner warten seit anderthalb Jahren auf Asphaltdecke

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Die 400 Meter lange Fräskante Am Drostenstück.

Lüdenscheid - Damit hatten die Anwohner wohl nicht gerechnet, als Enervie Vernetzt 2017 mit Sanierungsarbeiten Am Drostenstück begann: Seit anderthalb Jahren fehlt auf einer Strecke von 400 Metern halbseitig die Asphaltdecke. Jetzt äußert sich Enervie.

Seit Ende 2017 ist die Straße Am Drostenstück auf einer Länge von etwa 400 Metern halbseitig ohne Fahrbahndecke. Enervie und der Stadtreinigungs-, Transport- und Baubetrieb Lüdenscheid (STL) haben Sanierungsarbeiten an den Hauptversorgungsleitungen durchgeführt.

Ende April diesen Jahres sollten die Arbeiten endlich fertiggestellt werden, doch die Fahrbahn hat bisher keine neue Asphaltdecke bekommen. Auf Anfrage bei Enervie heißt es, die Baustelle werde frühestens Ende Mai abgeschlossen sein.

„Es nervt einfach“, sagt Claus Vogel, Inhaber der Druckerei Vogel, die an der Straße liegt. Sein Geschäft erhalte regelmäßig schwere Papierlieferungen, die kaum von der Straße ins Gebäude zu bekommen seien. „Die Paletten lassen sich mit dem Hubwagen nicht über die Fräskante auf den Bürgersteig ziehen.“

Mittlerweile habe die Druckerei einen kleinen Traktor für die Umlagerung abstellen müssen, erklärt Vogel weiter. Auch andere Anlieger sind verärgert. Mitarbeiter einer Kfz-Werkstatt berichten, dass sich eine Kundin an der Fräskante die Reifen aufgeschlitzt habe.

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„Eigentlich wollte sie nur mit ihrem frisch reparierten Fahrzeug das Firmengelände verlassen. Wir haben den Reifen dann auf Kulanz getauscht. Die Kundin hat uns zehn Euro in die Kaffeekasse gesteckt“, heißt es. In diesem Fall sei die Beschädigung nicht so schlimm gewesen, weil die Reifen gebraucht waren. „Mit neuen Reifen kann das aber natürlich genauso passieren, und dann wird es teuer.“

Bei der Firma Ihne & Tesch hat man derweil ein Provisorium eingerichtet, damit der Lieferverkehr weiterlaufen kann: Zwei große Stahlplatten liegen vor den Einfahrten zum Firmengelände, um die Kante zum Bürgersteig abzuflachen. Auf Anfrage beim Bauträger Enervie heißt es, es habe sich um „sehr umfangreiche Sanierungsmaßnahmen“ gehandelt.

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„Die Hauptversorgungsleitungen für Strom, Gas und Wasser sind erneuert worden. Ebenso die Hausanschlüsse“, sagt Enervie-Sprecher Uwe Reuter. Da der STL zeitgleich Schachtarbeiten durchführte, hätten sich die Bauzeit und das Arbeitsvolumen erhöht.

Auch die Telekom habe sich spontan in die Umbaumaßnahmen eingeklinkt und einen neuen Glasfaseranschluss verlegt. In Summe sei die Sanierung dadurch komplexer gewesen, als ursprünglich angenommen. „Auch wegen des kalten Winters haben sich die Bauarbeiten verzögert“, sagt Reuter.

Er spricht von einer Maßnahme, die sich in den nächsten Jahren auszahle und bittet um Verständnis. Zuletzt sei die Fertigstellung an einem Samstag geplant gewesen. Dies habe für Ärger mit einem Straßenbauunternehmen und Anwohnern gesorgt.

Laut Reuter sei mittlerweile eine Lösung gefunden worden. Endgültig fertiggestellt werden solle die Straße nun am 24. Mai.

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