Einwohnerzahl hält sich besser als befürchtet

Wie viele Lüdenscheider im Jahr 2020 das Stadtfest feiern, steht noch in den Sternen – aber der Sinkflug bei der Bevölkerungszahl wird flacher.

LÜDENSCHEID ▪ Erstmals seit langem verzeichnete Lüdenscheid in einem Halbjahr wieder mehr Zuzügler als Abwanderer – von Januar bis Mai 2011 zogen 13 Menschen mehr in die Bergstadt, als sie verließen. Das ist keine hohe Zahl – und doch eine wichtige: In den Vorjahren musste die Stadt zwischen Januar und Mai stets zwischen 100 und 200 mehr Menschen ziehen lassen, als sie begrüßen durfte.

Zwar verlor Lüdenscheid auch im ersten Halbjahr 2011 insgesamt 87 Einwohner, weil zudem 100 Bürger mehr verstarben als geboren wurden. Doch lag der Gesamtverlust im Vorjahreszeitraum bei 269 Menschen, also dreimal so hoch.

Während die Zahl derjenigen, die Lüdenscheid den Rücken kehrten, in den letzten drei Jahren stabil bei etwa 1200 lag, konnte die Stadt ihre zeitweilige Schwäche bei den Zuzügen jetzt ausbügeln: Im ersten Halbjahr 2011 zogen mit 1244 Menschen 150 mehr in die Bergstadt als noch im Vorjahreszeitraum.

Gerade das Ausbleiben der Neubürger hatte in den letzten Jahren für einen steten Aderlass gesorgt – und im Stadtrat für Debatten um die mangelnde Attraktivität der Stadt. Der Abwärtstrend hat sich laut dem Statistischen Landesamt it.nrw aber deutlich abgeschwächt. Eine „merkliche Verminderung der Wanderungsverluste“ führt auch die Stadt Lüdenscheid selbst auf – in ihren Erläuterungen zum gerade verabschiedeten Flächennutzungsplan.

Im Mai 2011 lag die Einwohnerzahl laut it.nrw bei 75 376 Bürgern. Ob und wie stark sich die neue Anziehungskraft Lüdenscheids fortsetzt oder ob sie wieder abbricht, ist offenbar schwierig vorherzusagen. Das zeigt sich daran, dass es allein von it.nrw drei Szenarien für die nähere Zukunft gibt. Im schlechtesten Fall würde Lüdenscheid demnach im Jahr 2020 schon klar unter der 70 000-Einwohner-Marke liegen. Die beiden anderen Prognosen sehen die Stadt dann immerhin noch bei mehr als 72- oder 73 000 Bürgern.

Alle Prognosen zeigen indes nach unten, auch die der Bertelsmann-Stiftung mit 72 724 Einwohnern im Jahr 2020. Doch für die mittel- und langfristige Planung der Stadt ist es entscheidend zu wissen, wie steil es abwärts geht. Und dieser Sinkflug könnte sich mit Blick auf die jüngsten Zahlen künftig stark abflachen.

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