Einstimmiges Votum für gebundenen Ganztag

LÜDENSCHEID ▪ Einstimmig hat der Schulausschuss am Dienstag den gebundenen Ganztagsbetrieb an der Richard-Schirrmann-Realschule (RSR) auf den Weg gebracht.

„Sehr erfreut“ zeigte sich Ausschussvorsitzender Jens Voß (SPD) über das Angebot, das, wie berichtet, ab dem Schuljahr 2013/14 für die neuen Fünftklässler gelten soll. Auch Norbert Adam (CDU) bedankte sich für den umfassenden Überblick, den die RSR über die individuelle Förderung an der Schule und das pädagogische Konzept vorgelegt hatte. Nach dem klaren Votum im Schulausschuss dürfte die Abstimmung im Rat am kommenden Montag nur noch Formsache sein. Schulleiter Peter Wagener hob noch einmal hervor, dass der gebundenen Ganztag nur eine logische Konsequenz des schon existierenden offenen Ganztags sei, jetzt aber noch eine bessere Förderung der Schüler möglich sei. Außerdem komme die Schule einem gesellschaftlichen Anspruch nach.

Dem will und muss das Land auch nachkommen, wenn es um die Inklusion geht. Der gemeinsame Unterricht von nichtbehinderten und behinderten Schülern, die einer sonderpädagogischen Förderung bedürfen, resultiert aus einer UN-Konvention von 2006, die jetzt konkret in den allgemeinen Schulen umgesetzt werden soll, und zwar schon ab dem kommenden Schuljahr, wie Friedeborg Steffenhagen, bei der Bezirksregierung in Arnsberg für Förderschulen und sozialpädagogische Förderung zuständig, gestern dem Schulausschuss erläuterte.

Bis dahin sind aber noch viele Fragen offen. Daher mahnte die Expertin auch einen Umdenkungsprozess, mehr Kommunikation und Transparenz sowie Kooperationen an. Das gelte für alle Beteiligten – sei es für Eltern behinderter Kinder, deren Schulwahlrecht gestärkt werde, für Lehrer, die sich neuen Unterrichtsformen und für Schulträger, die sich den neuen Herausforderungen stellen müssten. Wie genau sich dies finanziell und personell stemmen lässt, konnte Friedeborg Steffenhagen auf Nachfragen aus dem Schulausschuss nicht sagen. Bisher liege nur der Entwurf zum 9. Schuländerungsgesetz in NRW vor. Es in Gesetzesform zu gießen und umzusetzen, gleiche fast dem Wunsch nach einer Quadratur des Kreises, merkte Jens Voß abschließend zweifelnd an.

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare