Sieger-Entwurf für Lüdenscheider Altstadt-Umbau  

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Sehr zufrieden: Die Jury, bestehend aus Martin Bärwolf, Michael Bernd Thielicke, Prof. Dipl.-Ing. Andreas Fritzen, Linus Wortmann, Björn Weiß und Monika Schwanz, sprach sich gestern einstimmig für den Entwurf des Berliner Architekten Franz Reschke aus. 

Lüdenscheid - Das Berliner Büro Franz Reschke, Landschaftsarchitektur, hat den Lüdenscheider Wettbewerb zur Umgestaltung von Wilhelmstraße und Altstadt gewonnen. Die Jury urteilte einstimmig. Die Preisverleihung am 5. Mai, 10.30 bis 13 Uhr in der Stadtbücherei, geht einher mit einer Ausstellungseröffnung der zehn eingereichten Entwürfe.

Auch wenn das Bedauern spürbar war, dass statt der 16 avisierten Büros letztlich nur zehn ihre Vorschläge zur Umgestaltung von Wilhelmstraße und Altstadt abgegeben hatten, sei die Reduzierung nicht auf Kosten der Qualität gegangen, zeigte sich Martin Bärwolf sicher. Der Fachbereichsleiter Planen und Bauen gehörte der gemischten Jury an, die sich am Freitag sieben Stunden Zeit nahm, um die Entwürfe detailliert zu diskutieren.

 „Es ist wichtig, dass auch Externe mit unbelastetem, vielleicht naivem Blick auf eine Stadt dabei sind“, sagte Jury-Vorsitzender Professor Andreas Fritzen, der diese Rolle gerne übernahm. Statt eines zweiten Preises gab es zwei dritte Plätze sowie einen Anerkennungspreis.

Das zeige auch, wie überzeugend der Siegerentwurf gewesen sei. Der halte den Kostendeckel ein, erfülle die Anforderungen an Barrierefreiheit bestmöglich und erhalte den Charakter der Altstadt, weil er bestandssensibel plane. Fritzen: „Es ist ein Spagat zwischen knappem Budget und hohem Anspruch.“ Den habe der Berliner Landschaftsarchitekt sehr sensibel gemacht.

„Der Lüdenscheider wird die Altstadt in besserer Qualität vorfinden, aber er wird sie wiedererkennen“, brachte Björn Weiß, Vorsitzender des Ausschusses für Stadtplanung und Umwelt, die Erkenntnisse auf den Punkt, die der Vergleich der im Detail recht unterschiedlichen Vorschläge gebracht hat. Ziel sei es, ergänzt Martin Bärwolf, den Entwurf komplett umzusetzen, „aber die Detailschärfe fehlt noch“.

 Details, die überzeugten, sind zum Beispiel, dass das Granitpflaster vom Sternplatz bis zum Altstadt-Beginn in Höhe Juwelier Hohage weitergeführt wird. Ein „ruhiger Teppich“ ersetzt den Pflaster-Mix. Der Altstadtbelag wird, wo möglich, wiederverwendet; Laufwege werden durch geschliffene oder glatte Pflasterung markiert.

Der Brunnen vor der Erlöserkirche wird vom Mäuerchen befreit, es gibt Aufenthaltsbereiche auf dem Engelbert-Platz, schräg vor der Kirche („alter Markt“) sowie einen zur „Burg Lünsche“ umgestalteten Spielplatz, auf dem aus Höhenversprüngen Sitzgelegenheiten werden. Das alles braucht in der weiteren Vorbereitung gerade auch mit Blick auf Fristen, Vorschriften und den Fördermittelgeber seine Zeit. Baubeginn dürfte daher nicht vor 2020 sein. Zeit, die nötig sei, findet Bärwolf: „Das wird keine kleine Baustelle.“

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