Einmalig: König für zehn Jahre

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Das Titelbild ziert das Logo der „Bergstadt-Stiftung“.

Lüdenscheid - Die Innenstadt ist mit grün-weißen Wimpelketten geschmückt, das Heftchen „Die Schützenhalle“ stimmt aufs Ende eines Schützenjahres und den Beginn eines neuen ein. Wer möchte, kann das am 5. September beim LSG-Königsschießen in der Schützenhalle auf dem Loh live miterleben, am 6. den Kommers mitfeiern und am 7. den Festzug bis zum Konzert in der Halle begleiten.

Einmal im Jahr blickt die Lüdenscheider Schützengesellschaft offiziell und in Hochglanz zurück: im Heft „Die Schützenhalle“, intern „Blättchen“ genannt. Das führt nicht nur durchs Programm der nächsten Tage, das aus einer Mischung von vereinsinternen und öffentlichen Veranstaltungen besteht. Es ruft auch die Aktivitäten der fünf LSG-Kompanien übers Jahr in Erinnerung – eine Fülle offizieller Schützentermine und geselliger Ausflüge zeugen von guter Auslastung der Aktiven. Spür bar aber auch zwischen den Zeilen: Die Beteiligung könnte besser, der Zulauf stärker sein.

Rückblick auf Zeiten, da die Vereinsmitgliedschaft stadtweit selbstverständlich war: Vor 100 Jahren, im ersten Weltkriegsjahr, wurde mit Königspaar Fritz Schnepper und Fräulein Schnippering gefeiert. Promenaden-Konzerte auf dem Karlsplatz und im Loher Wäldchen, weitere Konzerte, abendliche Festbälle und Festessen sorgten am 28. und 29. Juni für anstrengende Tage.

Vor 50 Jahren regierten auf dem Loh Dr. Hilmar Lynker und Gattin Marie-Luise. Stichworte wie Renovierungsdruck, Kündigung des Hallenpächters, Sperrung des Kleinkaliber-Standes und neue Mietkonditionen für alte Schützenhalle zeigen, dass es für die Schützen nach den Feiertagen einige Probleme zu lösen galt.

Der Blick auf das Schützenfest vor 75 Jahren gilt einem Kuriosum: Als Schießmeister Arthur Heinz den Vogel von der Stange holte, begann die längste Regentschaft in der Geschichte des jahrhundertealten Traditionsvereins: Zehn Jahre sollte er LSG-König bleiben – dem Zweiten Weltkrieg geschuldet. Unter dem Eindruck des heraufziehenden Krieges wurde zwar das Schützenfest (und damit ein Grund zum Feiern) um einen Tag verlängert. „Doch konnte niemand wissen, dass bis zum nächsten Fest zehn schlimme und entbehrungsreiche, den Verein massiv in seiner Existenz bedrohende Jahre, ins Land gehen sollten“, schreibt der Chronist. Erst 1949 konnte Arthur Heinz die Königskette seinem Nachfolger übergeben.

Wichtiges Thema ist gleichwohl die Zukunft, auch die der Halle. Hierbei spielt die frisch gegründete Bergstadt-Stiftung eine wichtige Rolle, die sich dem Erhalt des Bauwerks verschrieben hat. Was sie macht, was sie will, was sie kann, beschreibt Stiftungsvorsitzender und ehemaliger LSG-Oberst Friedrich-Karl Schmidt. Aber er betont auch: „Nach wie vor liegt die Schützenhalle in unserer gemeinsamen Verantwortung.“ - sum

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