Mit einem Doppelklick ins fremde Netz

+
Hans-Werner Hoppe präsentiert in der LN-Redaktion das Ergebnis seines Tests. In nur einer Stunde hat er in Lüdenscheid 26 unverschlüsselte WLAN-Zugänge gefunden. ▪

LÜDENSCHEID ▪ Der Lüdenscheider Hans-Werner Hoppe hat in nur einer Stunde 26 unverschlüsselte WLAN-Zugänge in Lüdenscheid gefunden.

Nur noch ein Doppelklick – dann könnte Hans-Werner Hoppe den Internetzugang eines ahnungslosen Lüdenscheiders nutzen – zum Beispiel, um Onlinebankingdaten und andere Passwörter mitzulesen oder illegal Musikdateien aus einer Tauschbörse herunterzuladen. „Dass es immer noch so viele ungeschützte WLAN-Zugänge gibt, ist kaum zu glauben“, stellt Hoppe entsetzt fest.

In Sachen „Sicherheit im Internet“ ist der Lüdenscheider wachsam. „Deshalb bin ich heute Morgen mit dem Laptop im Gepäck durch die Stadt gefahren und habe nach drahtlosen Internetzugängen gesucht“, berichtet er im LN-Gespräch. Eine Stunde Zeit nimmt sich Hoppe für seinen Versuch. In diesen 60 Minuten werden auf seinem Laptop-Bildschirm insgesamt 505 drahtlose Zugänge angezeigt. „26 davon sind überhaupt nicht verschlüsselt“, erklärt Hoppe anhand von Archivlisten, die er vor Ort erstellt hat. WLAN-Piraten wären mit besagtem Doppelklick am Ziel – wobei sie nicht einmal darauf angewiesen wären, sich in der Nähe des Hauses aufzuhalten: Mit Richtfunkantennen können ungebetene Nutzer die Netzreichweite drastisch erhöhen.

Wie viele Lüdenscheider ihr Netzwerk nicht geschützt haben, kann nach dem 60-Minuten-Test nur geschätzt werden. Fest steht aber: Eine Verschlüsselung ist unerlässlich – zumal sich der Bundesgerichtshof gerade mit der Haftungsfrage beschäftigt. Am 12. Mai wollen die Karlsruher Richter festlegen, ob ein Computerbesitzer haftet, wenn sein ungeschützter WLAN-Zugang missbraucht wird und wie stark sich der Inhaber eines Funknetzwerkes schützen muss.

Der aktuelle Verschlüsselungsstandard heißt WPA, die neueste Variante WPA2, auch der ältere Standard WEP wird noch genutzt.

Tipps für mehr Sicherheit im Internet finden Interessierte auf den Seiten des Institutes für Internet-Sicherheit der Fachhochschule Gelsenkirchen: http://www.internet-sicherheit.de. - cwi

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare