Lüdenscheid soll "Fair-Trade-Town" werden

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Bei der ersten diesjährigen Sitzung des Eine-Welt-Netzes wurde Informationsmaterial vorgestellt, mit dem man die Bürger zu einem „öko-fairen Konsum“ anregen will.

LÜDENSCHEID - Bei der ersten diesjährigen Sitzung des Eine-Welt-Netzes Lüdenscheid im Kleinen Prinzen ging es vor allem um das Anliegen, Lüdenscheid zu einer „Fair Trade Town“ zu machen. Dies bedeutet, dass Lüdenscheid zu einer Stadt werden soll, in der man sich verstärkt für einen fairen Handel und somit für bessere Lebensbedingungen der Erzeuger in anderen Teilen der Welt einsetzt.

Bezüglich der Entwicklung der Bergstadt zu einem Ort mit dem „Fair Trade“-Zertifikat haben fünf Mitarbeiter des Weltladens 270 Geschäfte und Gaststätten aufgesucht. Die Aktion wurde in Zusammenarbeit mit der Verbraucherberatung durchgeführt. Die Umfrageergebnisse werden zurzeit ausgewertet.

In Kürze kommt ein Einkaufsführer mit den Namen der Lüdenscheider Betriebe heraus, die mindestens zwei fair gehandelte Produkte anbieten. Gemeinden, politische Parteien, Gewerkschaften und andere Gruppen sollen durch entsprechendes Informationsmaterial zu „öko-fairem Konsum“ angeregt werden. Unter anderem will das Eine- Welt-Netz Lüdenscheid, ein Zusammenschluss von Gruppen, die sich für Projekte in der sogenannten Dritten Welt engagieren, mit einem Faltblatt mit einer symbolischen Darstellung von der ungleichen Verteilung der Nahrungsmittel auf dieser Welt die Bürger dafür sensibilisieren, dass „Bioenergie meistens Hunger produziert“.

Insbesondere ging es bei der Sitzung darum, dass Nahrungsmittel wie Mais nicht zu Sprit verarbeitet werden sollten, weil dadurch die Hungersnot in der Welt noch größer werde. Aus Solidarität mit den Hungernden sollte man kein E-10-Benzin tanken, für dessen Herstellung aus Mais immerhin schon zehn Prozent der Ackerfläche in Deutschland genutzt würden. In den USA wanderten sogar schon 40 Prozent der Maisernte in Autotanks.

Im Rahmen der Vortragsreihe „Die Welt schaut uns zum Fenster rein“ laden das Eine- Welt-Netz, die VHS, der Weltladen und die Agenda 21 für den 17. Januar um 19 Uhr zu einem Vortrag von Gepa-Vertriebsleiter Jorge Inostraza zum Thema „Die Entwicklung des fairen Handels und die Verbindung zu Ergebnissen von Rio plus 20“ ins Alte Rathaus ein (entgeltfrei). Für 2013 wurden vom Eine- Welt-Netz sechs weitere Sitzungstermine festgelegt, zu denen noch Sondertermine hinzukommen können. - Ingrid Weiland

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