Spendenaufruf

Lüdenscheider Hilfsaktion „Alles. Und Suppe“: Warme Mahlzeit für Obdachlose

Coronavirus: Obdachlose haben kein Zuhause als Zufluchtsort.
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Coronavirus: Obdachlose haben kein Zuhause als Zufluchtsort (Symbolbild).

Lüdenscheider Vereine haben sich zusammengeschlossen, um eine Lücke in der Versorgung von Obdachlosen zu schließen. Die Hilfsaktion „Alles. Und Suppe.“ soll zudem ein Kulturzentrum retten und heimische Gastronomen unterstützen. Ein außergewöhnliches Hilfsprojekt - direkt vor der Haustür.

Lüdenscheid – Für Menschen, die kein Dach über dem Kopf haben, ist die kalte Jahreszeit auch so schon eine Herausforderung. Durch die derzeitigen Coronabeschränkungen wird es für Obdachlose in Lüdenscheid aber noch viel schwieriger, sich aufzuwärmen oder zu versorgen. Ein breites Lüdenscheider Bündnis will helfen – mit ein paar aufmunternden Worten, der Möglichkeit, sich aufzuwärmen, und einer kostenlosen Mahlzeit. Die Hilfsaktion „Alles. Und Suppe.“ ist geboren.

Nach jüngsten Erkenntnissen des Caritasverbands leben derzeit rund 80 Obdachlose der Lüdenscheid, darunter immer mehr Frauen und junge Menschen. Normalerweise haben sie tagsüber eine Anlaufstelle im Martinushaus an der Graf-von-Galen-Straße – dort erhalten sie auch eine Mahlzeit. Doch wegen der Corona-Vorgaben dürfen derzeit weniger Menschen in die engen Räumlichkeiten als sonst. Mit aufgestellten Zelten hielt die Caritas die Versorgung bis zuletzt aufrecht. Die sinkenden Temperaturen machen aber aber auch das nicht mehr möglich.

Enrico Huntjens von der Hardcore Help Foundation demonstriert die Essensausgabe im coronasicheren AJZ Kulturzentrum. Am 14. Dezember geht es los.

Der Hilferuf der Caritas ereilte Bürgermeister Sebastian Wagemeyer erst vor einigen Tagen. Er brachte daraufhin in kürzester Zeit mehrere Lüdenscheider Hilfsorganisationen zusammen und setzte sich für eine schnelle Lösung ein. Herausgekommen ist ein bislang einmaliges Hilfsprojekt für Lüdenscheid, das sich in Anlehnung an die Aktion „Alles. Und Butter.“ während des ersten Lockdowns nun „Alles und Suppe“ nennt.

Neue, geräumige und zusätzliche Anlaufstelle für die Obdachlosen wird das Kulturzentrum AJZ an der Altenaer Straße, das wegen der Coronabeschränkungen derzeit geschlossen ist. Dort sollen die Bedürftigen eine kostenlose warme Mahlzeit erhalten, die aus Spenden finanziert wird.

  • Spendenkonto: Glücksbringer e.V.
  • Stichwort: Alles und Suppe
  • IBAN: DE20 4585 0005 0000 1203 03
  • Sparkasse Lüdenscheid

Die Suppen und Eintöpfe liefern Lüdenscheider Gastronomen. Ehrenamtliche geben das Essen in der „Wärmestube“ aus und stehen für Gespräche zur Verfügung. Ein strenges Hygienekonzept wurde von der Stadt genehmigt. Schon am Montag, 14. Dezember geht es los. Geplant ist, die zusätzliche Anlaufstelle für Obdachlose bis zum Frühjahr zu betreiben.

Für das Hilfsprojekt „Alles. Und Suppe.“ haben sich der Caritasverband Lüdenscheid-Altena, die Hardcore Help Foundation, die Tafel Lüdenscheid, Willi & Söhne und der Verein Glücksbringer, die Hilfsinitiative der Lüdenscheider Nachrichten, zusammengeschlossen. Logistische Unterstützung kommt von der Stadt.

Stellen die Hilfsaktion „Alles und Suppe“ für Obdachlose in Lüdenscheid gemeinsam auf die Beine (von links): Caritas-Vorsitzender Stefan Hesse, Bürgermeister Sebastian Wagemeyer, Glücksbringer-Vorsitzender Jan Schmitz, Mara Buhl (Caritas), René Pajer (AJZ), Peter Koopmann (Tafel Lüdenscheid), Enrico Huntjens (Hardcore Help Foundation) und Gregor Biedrzycki (Willi & Söhne).

„Wir können mit dem zusätzlichen Angebot eine Lücke schließen und den Wohnungslosen eine Stimme geben“, ist Caritas-Vorsitzender Stefan Hesse überglücklich über die schnelle Lösung. Bürgermeister Sebastian Wagemeyer begrüßte das bürgerschaftliche Engagement. „Wir helfen Menschen, die in Not sind. Wir helfen dem AJZ, zu überleben, und retten so ein alternatives Kulturzentrum in unserer Stadt. Und wir greifen auch noch den heimischen Gastronomen unter die Arme. Was will man als Bürgermeister mehr?“, sagt Wagemeyer.

„Das Projekt hilft uns durch eine schwierige Zeit. Wir hätten sonst für immer schließen müssen“, ist René Pajer vom AJZ dankbar. Und Gregor Biedrzycki vom Verein „Willi und Söhne“ sagt: „Wir helfen immer gerne und zeigen hiermit: Wir sind für alle Lüdenscheider da – auch für die Schwächsten der Schwachen.“

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