Liebe im Krieg: Stadtfrauen von Randi Crott gefesselt

Randi Crott während der Lesung.

LÜDENSCHEID - Kein Laut außer der Stimme von Randi Crott war am Mittwochnachmittag in der Cafeteria der Sparkasse zu hören. Als die Autorin ihre Lesung vor den Mitgliedern des Lüdenscheider Stadtfrauenverbandes beendete, dauert es einige Sekunden, bis die Zuhörer aus ihrem gebannten Schweigen erwachten – so sehr hatte die Geschichte sie gefesselt.

Die Journalistin stellte das Buch „Erzähl es niemandem!“ vor, das sie mit ihrer Mutter Lillian Crott Berthung verfasst hat. Sie selbst sprach von drei Apekten, die darin vereint sind: „Die Liebesgeschichte meiner Eltern, meine Suche nach der Geschichte meines Vaters und die deutsche Besetzung Norwegens.“

Sparkassen-Vorstandsmitglied Markus Hacke war von der Lesung genauso gefesselt wie die Stadtfrauen.

Wie im Buch wechselten sich während der Lesung die verschiedenen Erzählebenen ab. Vom ersten Moment an waren die Zuhörer gepackt von der Erzählung über eine eigentlich unmögliche Liebe mitten im Zweiten Weltkrieg. Eine Norwegerin und ein deutscher Besatzungsoldat – das ging nicht. Aber dieser Mann lebte selbst in ständiger Furcht, denn seine Mutter war Jüdin.

Randi Crott hat erst als 18-Jährige erfahren, dass ihre Großmutter im Konzentrationslager Theresienstadt war. Erst nach dem Tod des Vaters war es ihr möglich, diese Geschichte zu recherchieren und schließlich doch aufzuschreiben – so lange galt, wie schon im Zweiten Weltkrieg in Norwegen: „Erzähl es niemandem!“

Diese Veranstaltung der Stadtfrauen fand auf Einladung der Sparkasse Lüdenscheid statt. Die stellvertretende Vorsitzende Anita Stahl bedankte sich bei Vorstandsmitglied Markus Hacke dafür, dass der Verein die Kantine der Sparkasse seit mehr als 20 Jahren regelmäßig für seine Monatsveranstaltungen nutzen kann.

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