Eine Gemeinde baut sich selbst ein neues Zentrum

Viele Gemeindemitglieder kamen zur Einweihung des Gemeindehauses am Schättekopf

LÜDENSCHEID ▪ Freude und Stolz dominierten gestern Mittag die Stimmung am Schättekopf: Dort weihte die katholische Kirchengemeinde Maria Königin ihr neues Gemeindehaus offiziell ein. Den Umbau des mehr als 50 Jahre alten Gebäudes, das bislang als Jugendheim bekannt war, hatten die Pfarrei St. Medardus und Mitglieder der Gemeinde Maria Königin durch eigene Mittel, Spenden und Eigenleistung von 75 Ehrenamtlichen weitestgehend selbst gestemmt. Lediglich 25 000 Euro für den zweiten Fluchtweg gab es vom Bistum Essen.

Hans-Joachim Waibel, als stellvertretender Vorsitzender des Kirchenvorstandes der Pfarrei St. Medardus für den finanziellen Teil des Umbaus zuständig, ergriff als erster das Wort. Voller Stolz verkündete er, dass es bis nach Essen gedrungen sei, dass in Lüdenscheid eine Gemeinde ihr eigenes Zentrum baut. Er freut sich, „dass wir das geschafft haben.“ Denn Waibel ist selbst Mitglied in der Gemeinde Maria Königin.

Sein Dank galt vor allem dem Gemeinderatsvorsitzenden Markus Geisbauer, der an fast jedem Wochenende und darüber hinaus die Einsätze der Ehrenamtlichen koordiniert hat. Als Dankeschön gab es von der Gemeinde einen Gutschein fürs Saunadorf, „damit Du auch mal ins Schwitzen kommst“, so Waibel. Geisbauer selbst erinnerte an die anstrengende Zeit des Umbaus, aber freute sich auch über die breite Unterstützung aus der Gemeinde – nicht nur durch diejenigen, die selbst mitanpackten: „Jeder hat sich mit seinen Möglichkeiten eingebracht.“ Bei den Arbeitseinsätzen „haben wir Gemeinde gelebt“, hob er den Zusammenhalt aller Helfer hervor.

Lob gab es auch von Johannes Broxtermann, Pfarrer der Pfarrei St. Medardus: „Ich glaube, die Pfarrei und der Kirchenvorstand haben etwas sehr Kluges getan“, weil „wir das gesamte Projekt bis auf die Finanzierung in die Hände der Gemeinde gegeben haben.“ Daraus entstanden sei etwas „ganz Tolles und Eindrucksvolles“. Damit meinte er sowohl die Tatsache, dass sich die gesamte Gemeinde eingebracht hat, als auch das Ergebnis.

Der offizielle Teil der Feierstunde endete damit, dass Pastor Hans Ferkinghoff alle Räume segnete. Jeder einzelne ist einem Heiligen zugeordnet. Damit soll die Erinnerung an wichtige Elemente in der Geschichte der Gemeinde lebendig gehalten werden: Mariensaal für die Patronin der Gemeinde, Antoniuszimmer in Anlehnung an die aufgegebene Kirche am Dickenberg, Rita-Saal für die Rita-Schwestern und Pater-Claret-Zimmer für die Claretiner. Andere Räume haben einen Heiligen-Namen passend zu ihrer Nutzung bekommen.

Für den Umbau wurden laut Waibel rund 485 000 Euro aufgewendet. Hinzu kommen 34 000 Euro für den Aufzug, der den barrierefreien Zugang ermöglicht. Dieser wurde ausschließlich durch Spenden, vorwiegend von den Stadtwerken und der Sparkasse, finanziert. ▪ gör

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