Jazz-Blues-Gala im Mercure-Hotel begeistert

Léah Kline unterstützte das Christian-Bleiming-Quartett.

LÜDENSCHEID ▪ „Sieben Jahre – sieben Bands“ sollte das Motto der 7. Jazz-Blues-Gala im Mercure-Hotel lauten. Zwar standen am Samstag letztlich „nur“ sechs Formationen auf der Bühne – die Musiker der „Köstitzer Band“ hatten auf der Hinreise einen Verkehrsunfall – dennoch entwickelte sich die Veranstaltung in jeder Hinsicht zu einer der besten der Reihe. Einmal mehr zog die Kombination aus guter Musik und leckerem Essen Jazzliebhaber von nah und fern an.

„Heute sind sogar Gäste von Norderney, aus Hamburg, vom Ammersee und aus Münster angereist“, freute sich Dominik Hue, Food-and-Beverage-Manager des Mercure-Hotels. Im kommenden Jahr soll die Veranstaltung, die das Mercure-Hotel in Kooperation mit dem Jazzclub Lüdenscheid initiiert, sogar bundesweit durch eine Marketing-Firma vermarktet werden.

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7. Jazz-Blues-Gala im Mercure-Hotel

Angesichts des hervorragenden Wetters tummelten sich die meisten der rund 700 Musikfans vornehmlich auf der Terrasse, wo vornehmlich der Blues-Rock regierte. Die beiden Formationen „Jimmy’s BlueSonic“ und „Reverend Rusty & the Case“ zeichneten sich durch hervorragende E-Gitarristen aus. Christoph „Jimmy“ Reiter, Sänger und Gitarrist der Gruppe „Jimmy’s BlueSonic“, tourt mit Jan Karow (Keyboard, Gesang), Jasper Mortier (Bass) und Björn Puls (Schlagzeug) bereits seit rund sieben Jahren durchs Land und liefert ehrlichen Blues mit Klassikern wie „Get down to the Nitty-Gritty“ von Luther „Snake Boy“ Johnson. Aber auch die beiden Eigenkompositionen „Tumbleweed“ und „I’ll take the Easy Way“ hatten die Osnabrücker im Gepäck. Noch eine Spur härter ging es dagegen – zumindest anfangs – bei „Reverend Rusty & the Case“ weiter. „Yes, I am, I am a Preacher man“ schmetterte der aus Austin stammende Rusty Stone (Gesang, Gitarre) ins Mikro und rockte dabei mit seinen Bandkollegen Mr. C.P. (Bass, Gesang) und Al Wood (Schlagzeug, Cajun, Percussion, Vocals) so kernig ab, das phasenweise Erinnerungen an AC/DC-Konzerte wach wurden. Dass die Musiker aber auch durchaus anders können, bewiesen sie im zweiten Teil ihres Gigs, als auch mal ein Reggae-Song oder ein schwüler Louisiana-Blues anklang.

Im kleinen Goethe-Saal waren die Fans des Boogie-Woogie an der richtigen Adresse. Das Horst-Bergmeyer-Duo war diesmal in ungewöhnlicher, aber dennoch interessanter Konstellation vertreten. Horst „The Crow“ Bergmeyer (Piano) wurde nicht von Joachim Dölker, sondern dem Jazz-Veteranen Tommy Harris am Schlagzeug begleitet, der schon in den 60er Jahren mit Luther Ellison auf der Bühne gestanden hatte. Danach ging es im Goethe-Saal mit dem „Magic Boogie Duo“ weiter, bestehend aus „Boogieman“ Vito (Piano, Bluesharp) und Falko Burkert (Gesang, Kontrabass).

Im weiträumigen Beethoven-Saal ging es sehr gediegen zu. Das Christian-Bleiming-Quartett wurde charmant unterstützt durch die US-amerikanische Sängerin Léah Kline, die gemeinsam mit Christian Bleiming, Amandus Grund und Peter Samland die Swing- und Bluesklassiker der 30er- und 40er-Jahre auferstehen ließ. Dabei gab die Formation auch Eigenkompositionen im Stil der Altmeister zum Besten.

Mit den „Soul Catchers International“ ließen die Jazzfans – vor und nach dem imposanten Feuerwerk um 23 Uhr – stilvoll den Abend ausklingen. Nicht nur Soul, sondern auch Funk und R’n’B standen auf dem Programm der Combo, die mit gekonnt neu interpretierten Klassikern wie „Georgia“ von Ray Charles oder „Sympathy for the Devil“ von den Rolling Stones aufwartete.

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