Eine Ausstellung mit Strahlkraft in die Region

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Dr. Eckhard Trox (r.) führte gemeinsam mit Dr. Susanne Conzen die erste Gruppe der Eröffnungsgäste durch die Ausstellung „Wider Napoleon!“

LÜDENSCHEID - Erneut haben die Lüdenscheider Museen eine Ausstellung, die nicht nur mit der Präsentation an sich, sondern auch mit der historischen Forschung Strahlkraft weit über Lüdenscheids Grenzen hinaus hat. Darin waren sich gestern alle Redner anlässlich der Eröffnung von „Wider Napoleon!“ einig.

Dabei handelt es sich gleichzeitig um eine Jubiläumsausstellung: Seit 25 Jahren gibt es das Museum am Standort Sauerfeld.

Karl Dittmar, stellvertretender Kuratoriumsvorsitzender der Kulturstiftung des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) war nach seinem ersten Rundgang begeistert: „Nutzen Sie die Zeit, es ist einfach wunderbar“, forderte er die zahlreich erschienenen Gäste auf, sich die Ausstellung anzusehen.

Worte des Dankes dominierten den Vormittag in den Museen. Dieser galt einerseits den Mitarbeitern – allen voran Museumsleiter Dr. Eckhard Trox und Dr. Susanne Conzen als Kuratoren der Ausstellung. Andererseits aber auch den vielen Unterstützern, Sponsoren und Leihgebern. Hauptgeldgeber ist die LWL-Kulturstiftung mit einer Förderung von 78 000 Euro. Auch Bürgemeister Dieter Dzewas bedankte sich für die Arbeit und die Unterstützung in einem Museum, das „manchem Oberzentrum gut zu Gesicht stünde“.

Claus Crummenerl, Vorsitzender des Vereins für die Geschichte Preußens und der Grafschaft Mark – die Museumsfreunde, hob die Bedeutung der Forschungsarbeit hervor, die für diese Ausstellung geleistet wurde. Die regionalen Aspekte in der Phase des Umbruchs im Zuge der napoleonischen Zeit seien bislang fast völlig unberücksichtigt geblieben. Um so wichtiger sei der Begleitband der Ausstellung, der genau dem Rechnung trage. Trox verwies während der ersten Führung durch die Ausstellung auf historische Dokumente aus dem frühen 19. Jahrhundert, die bislang überhaupt nicht angefasst worden seien. Selbst die Musik, die Sängerin Ina Siedlaczek und Thomas Berning am Cembalo präsentierten, war unentdeckt bis zur Arbeit an „Wider Napoleon!“ Es handelte sich um drei Stücke aus dem „Notenbuch“ von Christine Luise von Bodelschwingh. Eine kurze Einführung in die Kulturgeschichte der Zeit vor, während und nach Napoleon, wie sie auch in der Ausstellung dokumentiert ist, lieferte Dr. Conzen.

Dittmar hob in seiner Ansprache die Bedeutung der Lüdenscheider Museen für Westfalen hervor. Das Kuratorium der LWL-Stiftung habe sich einstimmig für die Förderung für die Napoleon-Ausstellung ausgesprochen. Dittmar möchte außerdem das Geschichtsmuseum in das Netzwerk „Preußen in Westfalen“ integrieren, das aufgebaut werden soll. Wie sehr Dittmar von der Arbeit überzeugt ist, die in Lüdenscheid geleistet wird, zeigte sich am Rande der Eröffnung: Als Reaktion auf den Hinweis von Trox, die Dauerausstellung müsse überarbeitet werden – möglichst bis zum Stadtjubiläum 2018 –, kündigte Dittmar an, dass die LWL-Stiftung sicher wieder offene Ohren haben werde, wenn die Förderkriterien erfüllt werden.

- Von Bettina Görlitzer

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