"Wie eine Atombombe": Gastronom aus MK versucht Cousin in Beirut zu erreichen

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Lüdenscheid - Khaled Omeirat lebt seit 34 Jahren in Lüdenscheid. Genauso lange war er nicht mehr in seiner Heimatstadt Beirut im Libanon, in der sich am Dienstagnachmittag das große Unglück ereignete.

Bei der schweren Explosion am Hafen waren mehr als 130 Menschen ums Leben gekommen, Tausende wurden verletzt. Durch die Druckwelle wurde halb Beirut zerstört, hunderttausende Menschen sind obdachlos.Mitarbeiterin Nele Gerbersmann sprach mit dem 49-jährigen Lüdenscheider über das Unglück.

Haben Sie noch Familie in Beirut? 

Ich habe noch meinen Onkel und einen Cousin da unten. Aber nicht direkt in Beirut, sondern im Norden des Landes.

Wie geht es denen, haben Sie Kontakt zu Ihrer Familie aufgenommen nach dem Unglück? 

Ich habe Kontakt zu meinem Onkel aufgenommen, der noch da unten ist, aber meinen Cousin habe ich bisher nicht erreicht.

Das heißt, Sie wissen gar nicht, wie es Ihrem Angehörigen jetzt geht? 

Nein, leider nicht.

Wie haben Sie selbst von dem Unglück erfahren? 

Auf Facebook.

Wie ging es Ihnen, als Sie das gesehen haben? 

Ich war geschockt. Ich wollte es erst mal nicht glauben. Am Anfang sah es so aus, als wäre es ein Atomkrieg oder eine Atombombe. Letztendlich war es anders, Gott sei Dank. Aber trotzdem, es sind schon über hundert Tote und über 4000 Verletzte. Sie kommen von überall, aus Griechenland, der Türkei, Frankreich und Deutschland. Auch das Technische Hilfswerk ist mit dabei, die helfen da unten. Aber ich wünsche mir, dass die Hilfe nicht an die Regierung geht. Die stecken sich das Geld in die Tasche und es kommt nichts bei den armen Menschen an.

Was machen Sie jetzt, wie gehen Sie vor in Bezug auf Ihren Cousin, den Sie nicht erreichen können?

Ich versuche ständig, ihn zu erreichen. Auch mein Onkel unten im Libanon versucht, ihn zu erreichen. Wir warten ab. Vielleicht meldet er sich selber. Mal sehen.

Möchten Sie sonst noch etwas zu dem Thema loswerden, was Ihnen persönlich auf der Seele brennt? 

Ja, ich möchte dem THW und der Bundesrepublik Deutschland danken und allen, die geholfen haben.

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