Einbruchs-Vorwurf nicht nachweisbar

Lüdenscheid - Haben die beiden Nachbarn wirklich einen Einbruch verübt? Oder hat der Vermieter sie beauftragt, die Wohnung zu entrümpeln – und ihnen zugesagt, Wertgegenstände behalten zu dürfen? Am 16. September scheiterte die Wahrheitsfindung, weil der Vermieter vor Gericht nicht erschien. Jetzt trat er endlich in den Zeugenstand.

Und wusste angeblich nichts von einem Auftrag.

Die beiden Angeklagten (47 und 26 Jahre alt) beharren aber auf ihrer Version. Danach ist der Nachbar einsam in seinem Bett gestorben – Angehörige nicht in Sicht. Um die Wohnung wieder vermieten zu können, will der Hausbesitzer sie leer und sauber haben. Das Duo tritt in Aktion. Doch der Schlüssel passt nicht. Also nehmen sie einen Kuhfuß und brechen die Wohnung auf. Zuerst holen sie ihren Lohn heraus: eine Digitalkamera, einen Fernseher, ein Teleskop. „Und dann mussten wir erstmal lüften, um später ausräumen zu können.“

Der Vermieter, ein 47-jähriger Arbeiter aus Werdohl, sagt: „Die wollten doch nur die Sachen haben.“ Er habe niemals gesagt, dass sie das dürfen. Vielmehr hätten sie „zigmal“ gefragt, ob sie nicht die Wohnung entrümpeln sollen. Doch die Frau des älteren Angeklagten und die Ex des jüngeren der beiden, sie sagen, sie hätten mitbekommen, wie der Vermieter ihre Partner beauftragt habe.

Die Wertgegenstände des Toten haben die Männer wieder rausgerückt. An der Reparatur für die kaputte Tür bezahlen sie noch heute. Ein Schaden ist also niemandem entstanden. Strafrichter Andreas Lyra sagt: „Man wird Ihnen den Einbruch nicht nachweisen können.“ Und stellt das Verfahren ein.

Von Olaf Moos

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