Einbrecher wird wieder eingesperrt

Lüdenscheid - Heute vor zehn Monaten war es endlich vollbracht: Haftentlassung nach zweieinhalb Jahren. Nun sitzt der ehemalige Möbelpacker (32) schon wieder vor Gericht.

Von Olaf Moos

Er kann es einfach nicht lassen. Schon wieder ein Einbruch – und dazu ein Diebstahl. „Ich verstehe es selbst nicht“, schluchzt er. „War einfach dumm.“ Staatsanwalt Bernd Maas nennt ihn „unverbesserlich“. Strafverteidiger Frank-Peter Rüggeberg plädiert für eine Bewährungschance. Man müsse auch die Hintergründe beachten.

Die beachtet Amtsrichter Thomas Kabus durchaus. „Wenn Ihnen kurz nach der Haftentlassung die Freundin wegstirbt, und dann noch der Rückfall in die Trinkerei“, sagt der Richter. Aber auch der rasante Rückfall in die Straffälligkeit ist ein wichtiger Aspekt.

Und so zieht der Ex-Häftling abends durch die Innenstadt, es ist der 5. Februar, und sieht durch eine Balkontür in einer Erdgeschosswohnung den 43-Zoll-Fernseher. „Ich musste die Tür nur aufdrücken, die war schon vorher im Arsch“, sagt er. Doch der Mieter der Wohnung schildert die Aufbruchspuren. „Der muss einen dicken Schraubenzieher gehabt haben.“

Eine Polizeistreife erwischt ihn in der Altstadt, mit dem Fernseher unterm Arm, glaubt seine Lügengeschichte vom Verkauf unter Freunden zwar, notiert sich aber die Seriennummer des Geräts. Und dann? „Dann habe ich Panik gekriegt und das Ding ins Gebüsch geschmissen.“ Dass er drei Tage später in einer Wohnung von Bekannten zu Gast ist und sich dort in einem unbeobachteten Moment einen Fernseher schnappt und Fersengeld gibt – „keine Ahnung, warum. Ich hatte ja zu Hause eine Glotze“.

Wenn man es also nicht nötig hat und „sich dem Berufseinbrechertum hingibt, weil’s offenbar Spaß macht“, so Staatsanwalt Maas, dann sei das besonders verwerflich. Er beantragt eineinhalb Jahre ohne Bewährung. „Dass man mich abschreibt, das finde ich jetzt nicht gut“, schimpft der 32-Jährige. Es gebe noch Hoffnung. „Ich krieg’ das schon hin!“

Das Gericht folgt dem Antrag des Staatsanwalts in vollem Umfang.

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