Statistik für 2012: Einbrecher weiter im Fokus

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Kriminalrätin Alexandra Füchter und die Hauptkommissare Udo Reich und Oliver Petrosch erklärten die Hintergründe der aktuellen Kriminalitätsentwicklung.

LÜDENSCHEID - Nirgendwo im Kreisgebiet ist die Kriminalitätsrate höher als in Lüdenscheid – aber immer noch niedriger als im Landesdurchschnitt. Die Fallzahlen sind um 80 auf 6102 geringfügig gestiegen. Das entspricht einem Plus von 1,3 Prozent.

Die Aufklärungsquote sank von 55,6 auf 52,7 Prozent. Das sind die Eckpunkte der Kriminalitätsstatistik, die die Polizeiführung jetzt veröffentlichte.

Eines der Hauptprobleme ist für die Ermittler nach wie vor der Kampf gegen Einbrecher. Die stellvertretende Direktionsleiterin, Kriminalrätin Alexandra Füchter, sprach von einem „eklatanten Anstieg“ der Zahlen von Tageswohnungseinbrüchen um 33,6 Prozent auf insgesamt 330 Fälle im Märkischen Kreis. Landesweit liegt der Anstieg der Quote bei nur 7,4 Prozent.

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Die hohe Fallzahl und die vergleichsweise geringe Aufklärungsquote von 13,33 Prozent in diesem Deliktbereich haben für die Kripo einerseits mit der Größe der Stadt zu tun. Hauptkommissar Oliver Petrosch: „Im ländlichen Bereich passiert halt weniger.“ Andererseits sind gute Autobahnanbindungen für Einbrecher wichtige Auswahlkriterien. Gegen reisende Einbrecherbanden habe die Polizei ihre Fahdnung intensiviert und vernetzt – unter anderem mit Aktionen der Einsatzhundertschaft.

Nach langwierigen Spurenauswertungen durch das Landeskriminalamt beginne sich die Polizeiarbeit positiv aber noch langsam auf die Statistik auszuwirken, sagt Oliver Petrosch. So seien nach Einbrüchen um Weihnachten in Lüdenscheid aktuell mehrere Täter dingfest gemacht und Schmuckstücke sichergestellt worden – Erfolge, die sich statistisch erst nächstes Jahr niederschlagen. Die Priorität bei der Verhinderung von Straftaten liege landesweit weiterhin im Kampf gegen Einbrecher, so Alexandra Füchter.

Kreisweit hat die Zahl der Delikte laut Polizeibehörde insgesamt um knapp drei Prozent abgenommen, die Aufklärungsquote liegt bei 51 Prozent. Herausragend ist die Quote der geklärten Fälle besonders im Bereich der Sexualdelikte. Hier hat es eine geringfügige Abnahme der Fallzahlen gegeben, aber die Aufklärungsquote beträgt 76,2 Prozent. Der Grund liegt in der Tatsache, dass es sich vielfach um Beziehungstaten handelt, bei denen der Täter bekannt ist.

Ein wachsender Anteil von Tatverdächtigen unter 21 Jahren liegt aktuell bei 27,3 Prozent. Auch Frauen haben sich als Straftäterinnen „weiter emanzipiert“, wie Füchter sagt. Ihr Anteil in der Tätergruppe liegt jetzt bei 23,7 Prozent. 14,4 Prozent der Täter waren zur Tatzeit betrunken, 23,5 Prozent werden als „Nichtdeutsche“ geführt. - Olaf Moos

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