Geld für Schul-Fördervereine

Sparkassensprecher Thomas Meermann.

Lüdenscheid - Da kam schon im Sommer ein Gefühl von Weihnachten auf: Als die Sparkasse ankündigte, über ihre Bürgerstiftung 500 000 Euro für 34 Schulen in ihren vier Trägerkommunen auszuschütten, dürfte sich in den Fördervereinen Feierstimmung ausgebreitet haben.

Inzwischen sind erste Anträge bei der Sparkasse angekommen. Bis zum 30. Oktober läuft die Bewerbungsfrist. Dann wird geprüft, ob die Projekte förderfähig sind. „Wir können keine Projekte übernehmen, die in der ureigenen Verantwortung der Träger liegen“, sagt Sparkassensprecher Thomas Meermann. Die Projekte müssten dem Förderzweck des jeweiligen Schulfördervereins entsprechen. Natürlich wolle man jeder Schule die – auf Grundlage der jeweiligen Schülerzahl berechnete – Summe gerne geben. Doch: „Die Schulen müssen schon ein Projekt nennen.“

„Das ist etwas ganz Tolles“

Eine Schule, die bereits ihren Antrag eingereicht hat, ist die Freie Christliche Hauptschule, Am Schäferland. Sie bewirbt sich mit ihrem „Projekt Medienkompetenz“. „Das ist etwas ganz Tolles“, schwärmt Schulleiter Wolfgang Mattstedt. Das Projekt laufe bereits und die avisierte Unterstützung mache nun die Ausgestaltung erst möglich. Mattstedt: „Da werden wir uns sehr freuen. Im Augenblick läuft alles über Spenden.“ Die Teilnehmer der AG „Schul-TV“ erstellen Filme. Sie produzieren und schneiden, lernen, zeitweise unterstützt durch einen Medienpädagogen, alles über Kameraführung, Tontechnik, Filmsprache. Kameras und Ausrüstung seien aufwendig, erste Ergebnisse bereits zu sehen. So würden Filme für die Homepage erstellt und die Schule habe ihren eigenen YouTube-Kanal (fcsl hauptschule). Zeitintensiv sei das und selten in Schulangeboten zu finden, sagt Wolfgang Mattstedt nicht ohne Stolz.

In der Schulkonferenz am Montag muss noch der Antrag der Grundschule Bierbaum/Teilstandort Kalve abgesegnet werden. Projekte „Zaubern“ und „Trommeln“ stehen auf der Wunschliste sowie eine neue technische Ausstattung für Präsentationen. „Wir müssen dringend unsere Übertragungstechnik verbessern“, sagt Schulleiter Reinhard Hinz.

„Das ist ein Segen für die Schulen,“ freut sich Frank Bisterfeld, Schulleiter der Adolf-Reichwein-Gesamtschule, „weil man damit auch nachhaltige Projekte machen kann, die man sonst nicht finanzieren könnte.“ Unter den vielen förderwürdigen Aktivitäten ragen für ihn einige heraus. So wolle man Blasinstrumente anschaffen und mithilfe der Musikschule ein kleines Orchester aufbauen. Die meisten Instrumente könne man mit eigenen Musiklehrern abdecken. „Bislang habe ich das nicht realisieren können, weil ich kein Geld hatte“, sagt Bisterfeld. „Diese Gelder sind wirklich gut angelegt.“ Das gilt auch für weitere Stichworte des Antrags wie Theaterworkshop in englischer Sprache, Ausbau des pädagogischen Zentrums (Bühne und Technik) sowie Förderung internationaler Schul-Beziehungen.

Das Bergstadt-Gymnasium will die Gelegenheit unter anderem nutzen, sich „medientechnisch aufzurüsten“, wie es der stellvertretende Schulleiter Dr. Dietmar Simon formuliert. Der Anfang ist durch die Teilnahme am Schulversuch mit digitalem Schulbuch (Projekt m-book) gemacht. Das sei jedoch auf eine Klasse im Jahrgang beschränkt, weil nur ein Computerraum zur Verfügung stehe. Ein Klassensatz iPads soll das Problem lösen.

„Ohne Hard- und Software geht nichts“

„Wir freuen uns, dass wir uns mal Wünsche erfüllen können“, sagt THR-Leiterin Christiane Langs-Blöink, An der Heuss-Realschule legt man den Bewerbungsschwerpunkt ebenfalls auf Informatik: „Ohne Hard- und Software geht nichts.“ Ein pädagogisches Netzwerk einrichten, W-Lan in der Schule, die Ausstattung für eine Laptop-Klasse anschaffen, das Medienpass-Projekt, kurzum: „moderner Unterricht mit modernen Medien“ lautet die Vision. „Das einzurichten kostet richtig viel Geld.“ Und das ist jetzt endlich einmal da – dank der Bürgerstiftung. - sum

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