Ein Auftragskiller auf Spurensuche

Krimiautor Ralf Kramp (2. von links) war zu Gast bei der VHS. Er schreibt den Krimi über Lüdenscheid.

Lüdenscheid – „Müller-Lüdenscheidt und Dr. Klöbner“ – was sonst, als die wohl berühmtesten Figuren aus Loriots Badewanne waren die erste Begegnung mit der Bergstadt? Da war der Ralf noch ein kleiner Junge. „Meine Eltern haben mich aus dem Bett wieder aufstehen lassen, damit ich mir den Sketch ansehen konnte“, erzählt der Erfolgsautor Ralf Kramp im sonnendurchfluteten Konferenzraum der Volkshochschule an der Kaiserallee.

Am Donnerstag dann die zweite Begegnung: Ralf Kramp ist der Autor, der für die Anthologie „Mord am Hellweg“ den Kurzkrimi über Lüdenscheid schreibt. Er residierte in den vergangenen Tagen im Schillers – dort, wo im Schaufenster die Badewanne der beiden Herren steht.

Anita Martin (VHS) und Stadtführer Rolf Kürby begleiteten den Krimiautor aus der Eifel auf seiner Spurensuche durch Lüdenscheid. Inspiration stand dabei ganz oben auf der Wunschliste des Autors. Schließlich muss er in seiner Eigenschaft als „Auftragskiller“ in der Bergstadt jemanden literarisch ermorden. Wer das sein wird? Darüber schweigt sich der Autor noch aus.

In Lüdenscheid selbst war er nicht zum ersten Mal: „2010 war ich hier bei einer Autorenlesung im Kleinen Prinzen bei einem Blind Crime Dinner. Das war damals ziemlich irritierend, weil ich mein Publikum nicht sehen konnte. Die Stadt habe ich aber auch nicht gesehen. Zwei Straßen weiter geparkt, schnell zur Lesung und danach wieder weg.“ Am Donnerstagnachmittag dann wieder Müller-Lüdenscheidt. 

Beeindruckt war er von den historischen Häuserfronten und vor allem vom Forum: „Irgendwie ist da was, was mich anspricht!“ Nun muss sich die Überfülle an Eindrücken erst einmal setzen. Im späten Frühjahr muss Ralf Kramp seinen Kurzkrimi abliefern – „Ich hatte schon mal den Ruf, Mr. Deadline zu sein“, sagt er mit einem Augenzwinkern.

Schwieriger sei das mit internationalen Autoren, die zur zehnten Auflage des Krimifestivals „Mord am Hellweg“ in der Anthologie vertreten sind wie beispielsweise der britische Autor Ben Aaronovitch. Das müsse dann erst noch übersetzt werden, erläutert Mareike Dolata („Mord am Hellweg“).

Zum Festival kommt der „Auftragskiller“ aus der Eifel wieder zurück nach Lüdenscheid. Dann wird er seine Geschichte vorlesen und voraussichtlich auch aus seinem neuen Roman „Ein Grab für zwei“ lesen, der im Sommer erscheint. Wo genau die Lesung sein wird, steht noch nicht fest. „Ein leer stehendes Ladenlokal im Forum“, sagt VHS-Chef Andreas Hostert, „sowas darf ich noch nicht einmal laut denken.“ Dagegen sprechen organisatorische Dinge wie Stühle hinschleppen oder auch der Brandschutz.

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