Ehrung für Ortsheimatpfleger Hans Matthies

Nach Ortsheimatpfleger Hans Matthies wird eine Straße benannt.

Lüdenscheid - Idealisten wie Hans Matthies haben es meist nicht einfach. Das wissen sie, schreckt sie aber nicht ab, sich für ihre Anliegen einzusetzen. Nicht selten werden ihre Leistungen erst posthum deutlich und mitunter auch gewürdigt. Im Bau- und Verkehrsausschuss wurde in dieser Woche einstimmig dem Beschlussvorschlag der Verwaltung gefolgt, eine Planstraße im Baugebiet Vogelberg nach ihm zu benennen. Die folgenden Informationen hat sein Sohn Dr. Stefan Matthies zusammengestellt:

Hans Matthies wurde 1915 in Zeitz (heute Sachsen-Anhalt) geboren und starb im November 1991 in Lüdenscheid. Nach dem Arbeits- und Wehrdienst wurde er als junger Offizier nach Lüdenscheid versetzt, wo er seine spätere Frau Helma Lange, Tochter des Fabrikanten Karl Lange, heiratet. Nach dem Ende des Krieges studierte er Architektur an der Technischen Hochschule Aachen und eröffnete 1953 mit Ernst Mombächer ein gemeinsames Architekturbüro. Schon seit dieser Zeit interessierte er sich für die Geschichte Lüdenscheid und untersuchte die bauliche Historie der Erlöserkirche und der Altstadt. Viele exklusive Sakralbauten entstanden unter seiner Planung und Leitung, zum Beispiel die Apostelkirche am Bierbaum oder die Friedhofskapelle auf dem Waldfriedhof Loh. Auch den Umbau der Schützenhalle leitet er ein.

Einen Namen machte er sich besonders als Ortsheimatpfleger. Dieses Ehrenamt übernahm er offiziell 1976 und füllte es bis kurz vor seinem Tod am 15. November 1991 aus. Zu seinen Verdiensten gehört die die Rettung des Hofes „Da Achtern“ in Oeneking und vor allem die Rettung der Altstadt rund um die Erlöserkirche. 1967 grub er unter der Erlöserkirche die Fundamente des Vorgängerbaus, einer spätromanischen Basilika, aus. Er betreute den behutsamen Umbau des jahrhundertalten Hauses der früheren Bäckerei Strunk zum heutigen Wirtshaus „Zum Schwejk“. Dabei legte er Wert auf eine gelungene Kombination von weitestgehender Beibehaltung und Sanierung der Originalbestandes und neuer Nutzung. Damit übernahm er eine Vorreiterrolle für die Altstadtsanierung. Weiter setzte er sich für den Erhalt des „Reidemeisters“ und für die Rekonstruktion eines Teils der alten Stadtmauer ein. Sein Engagement galt auch dem Bremecker Hammer.

Hauptanliegen Hans Matthies’ war die Erhaltung wertvoller Bausubstanz. Oft musste er gegen Widerstände kämpfen, auch Anfeindungen ertragen, hatte aber trotzdem immer die gute Sache im Blick. Fast 20 Jahre gehörte er zu den wenigen Idealisten, die sich mit großem Einsatz für die Natur, die Mitmenschen und die Stadt einsetzten. Die Interessen der Bürger zugunsten einer lebens- und liebenswerte städtischen und natürlichen Umwelt lagen ihm sehr am Herzen.

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