Ehrung für Förderverein des Johannes-Busch-Hauses

Ehrung für Förderverein des Johannes-Busch-Hauses

Von rechts: Marianne Scholz, Irmengard Kühnel, Hans-Joachim Hansen und Stadtwerke-Vorstand Wolfgang Struwe bei der Ehrung.

LÜDENSCHEID - Die Ehrennadel der Stadt Lüdenscheid und ein Scheck der Stadtwerke für den Förderverein des Johannes-Busch-Hauses im vierstelligen Bereich bedeuten Anerkennung für ein in Lüdenscheid schon Jahrzehnte altes Projekt der Inklusion und der Integration.

Persönlich ausgezeichnet wurden Gründungsmitglied Hans-Joachim Hansen, ohne den die Begegnungsstätte „Der Kleine Prinz“ wohl kaum denkbar gewesen wäre, Marianne Scholz als Organisatorin und Koordinatorin verschiedenster Einsätze und Irmengard Kühnel, die schwerpunktmäßig die Vereinszeitschrift nicht nur redigiert, sondern auch für den Vertrieb sorgt.

Einen klaren und informativen Überblick über das Miteinander von Einrichtung und Verein lieferte gestern beim Neujahrsempfang der Stadt Thomas Cordt, Leiter des Wohnverbundes.

Wer um die Bedeutung der Freunde und Förderer des Johannes-Busch-Hauses für die Einrichtung wissen will, kann aber auch mit Klaus Neumann sprechen. Der inzwischen 73-Jährige hat das Haus 27 Jahre geleitet und ist seit Jahren Vorsitzender des 1988 gegründeten Fördervereins.

Spricht man dann mit ihm, fällt häufig der Name Jürgen Dietrich, der die Begriffe der Inklusion und Integration zur Chefsache und in Lüdenscheid marktfähig gemacht hat. „Der Verein ist kein Selbstzweck. Es gibt ihn, weil es die Aufgabe gibt“, sagt Neumann. Und die Aufgabe resultiere aus einer Erkenntnis in den 80er-Jahren: „Die Menschen wollten mehr als nur ein Wohnheim. Diese Menschen können mehr, und sie wollen Teilhabe am Leben in dieser Stadt.“

In der Folge verließen viele Bewohner das Heim „in großer Euphorie“ und lebten in externen Wohngruppen miteinander. Aus dieser Dezentralisierung sei eine für die damalige Zeit einzigartige Idee entstanden, nämlich ein niedrigschwelliges Angebot für ein Miteinander zu schaffen. Am 18. August 1990 öffnete die Begegnungsstätte „Der Kleine Prinz“ das erste Mal seine Türen, die aus Lüdenscheid nicht mehr wegzudenken ist.

Die Weichen für dieses Projekt wie für viele andere konnte das Johannes-Busch-Haus selbst nicht stellen. Der Verein der Freunde und Förderer stellte den Ankauf und die Sanierung des Gebäudes sicher, das sich mit seinem gastronomischen Betrieb selbst trägt.

Dieses Miteinander von Einrichtung und Förderverein zieht sich seit mehr als 25 Jahren durch die gemeinsame Geschichte – der Verein arbeitet als verlängerter Arm des Hauses und stellt konzeptionell wichtige Projekte sicher, für die eine Finanzierung durch den Landschaftsverband Westfalen-Lippe als Kostenträger nicht in Aussicht kommt.

Kulturarbeit als Heilpädagogik, die Reha-Sportabteilung, die beim Verein selbst angesiedelt ist, dies nennt Neumann als weitere Beispiele für die Aufgaben des Fördervereins. Daher äußert er einen großen Wunsch für die Zukunft des Vereins: „Dass sich immer wieder Leute finden, die sich für diese Arbeit begeistern lassen, mit Stehvermögen und Begeisterung für Menschen. Das ist das, was Menschen mit Behinderung brauchen.“

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