Ehrenmal Parkstraße soll Ort des Gedenkens bleiben

Das Ehrenmal an der Parkstraße soll zentraler Veranstaltungsort für den Volkstrauertag bleiben.

LÜDENSCHEID - Das Ehrenmal mit der Skulptur des „Erwachenden“ an der Parkstraße soll die zentrale Stätte für das Gedenken an die Opfer von Krieg, Gewalt und Terror am Volkstrauertag bleiben.

Das ist die Quintessenz des Antwortschreibens von Bürgermeister Dieter Dzewas und Dr. Wolfgang Schröder, Ortsverbandsvorsitzender des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge (VDK), an die Friedensgruppe Lüdenscheid.  Zugleich heißt es darin: „Wir sind uns darüber im Klaren, dass jegliche Erinnerungskultur immer Anlass zu Zustimmung und Kritik gibt. Aus diesem Grund ist im Gespräch, durch eine unübersehbare Erklärungstafel im Eingangsbereich des Ehrenmals an der Parkstraße auf die Geschichte dieses Ortes hinzuweisen. Wir hoffen, damit die Zweifel an der Gedenkwürdigkeit dieses Ortes auszuräumen.“

„In mehr als kritischer Distanz zum damaligen Geist“

Zwar würde die Skulptur des Bildhauers Wilhelm Meller „heutzutage niemals mehr in Auftrag gegeben“, doch sei sie unzweifelhaft historisch: „Ihre Monumentalität, ihr Gestus, ihre damalige Zweckbestimmung, kurz: ihre heutige Fremdheit zwingen uns zum Nachdenken und zur Mahnung“, erklären Dzewas und Schröder. Seit der Nachkriegszeit sei das Ehrenmalgelände Ort für zentrale Gedenkveranstaltungen des Volksbundes, die „in mehr als kritischer Distanz zum damaligen Geist“ stehen.

Diesen Ort jetzt zu meiden, wäre „ein Beitrag zur Ausgrenzung dieser Zeit aus unserem Bewusstsein“ – das wolle auch die Friedensgruppe sicherlich nicht. In den Jahrzehnten nach dem Krieg sei der Ort zudem genutzt worden, um „unser heutiges Verständnis eines friedlichen und gleichberechtigten Zusammenlebens der Völker immer wieder neu zu bestimmen“. Das Ehrenmal sei also nicht nur durch die NS-Zeit belastet, sondern besitze auch Symbolkraft für die Gegenwart: „Er steht für die bleibende Verantwortung der jungen Demokratie für ihre Geschichte.“

Die Friedengruppe hatte indes auch die Art und Weise der Feiern zum Volkstrauertag kritisiert. Dzewas und Dr. Schröder widersprechen auch hier: Gerade die Beteiligung von Jugendlichen in den letzten beiden Jahren habe zu einer lebendigeren Auseinandersetzung mit den Opfern von Krieg und Gewalt in der Gegenwart geführt. Dass sich Jugendliche und junge Erwachsene in ihren freien Beiträgen mit Anfängen von Gewalt und Terror auseinandersetzen, die ihnen im Alltag etwa als Mobbing in der Schule begegnen, sei selbstverständlich und zugleich „wichtige Friedensarbeit“.

Entschuldigung für langes Warten auf Antwort

Dafür, dass die Antwort auf die Kritik der Friedensgruppe ein halbes Jahr in Anspruch nahm, bitten der Bürgermeister und der VDK-Vorsitzende in ihrem Schreiben ausdrücklich um Entschuldigung.

Auf Nachfrage unserer Zeitung erklärte Dr. Schröder gestern, dass Details zu der vorgeschlagenen Erklärungstafel noch nicht besprochen worden sind. Ob dies zu einer Aufgabe des Volksbundes, des Heimatvereins oder einer anderen Institution wird – und wann –, ist folglich noch offen.

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