Bröckelndes Mauerwerk in Lüdenscheid

Sanierung des Ehrenmals wird schwierig

Gerade die Stützmauern links und rechts am Ehrenmal erfordern eine aufwendige Sanierung.

LÜDENSCHEID ▪ Eigentlich sollte die Sanierung der Einfriedungs- und der Stützmauern rund um das Ehrenmal an der Parkstraße noch in diesem Jahr beginnen. Doch daraus wird nichts, wie STL-Chef Heino Lange auf LN-Anfrage mitteilte. „Wir müssen die Erkenntnisse des beauftragten Ingenieurbüros und die Bedingungen, die sich aus dem Denkmalschutz heraus ergeben, abstimmen. Die Wertigkeiten müssen unter einen Hut gebracht werden.“

Um das bröckelnde Mauerwerk wieder in Schuss zu bringen, liegen im Topf für Instandhaltungsrückstellungen 500 000 Euro, die in diesem Jahr für die Sanierung verwendet werden sollten. „Da wir noch kein Ergebnis haben, wie dies umgesetzt werden soll, können wir auch noch niemanden damit beauftragen“, betont Heino Lange. Natürlich wolle man die Mittel in das nächste Jahr hinüberretten und befinde sich auch bereits im Gespräche mit Kämmerer Karl Heinz Blasweiler, wie das möglich sei. „Natürlich darf darunter nicht die Standsicherheit leiden. Das ist allein schon unter dem Aspekt der Verkehrssicherungspflicht selbstverständlich.“

Auf eine andere Schwierigkeit weist Hans Kreinberg vom Stadtreinigungs-, Transport- und Baubetrieb Lüdenscheid (STL) hin: „Uns stehen keine Bauunterlagen zu dem gesamten Mauerkomplex, der ja geradezu einen Bastion- oder Bollwerk-Charakter hat, zur Verfügung. Daher können wir nicht auf Erfahrungswerte zurückgreifen.“

Die nicht sichtbaren Stützen seien aus Beton. Vorgesetzt wurden Natursteine, die wie einer Art Verklinkerung wirken. Ideal zum Beispiel für Birkensämlinge und andere Pioniergehölze, die sich dort mit ihren Wurzeln tief festkrallen. „Das Fugenmaterial verwittert, die Fugen müssen erneuert werden. Das ist sehr aufwendig, weil nur eine handwerkliche Bearbeitung möglich ist.“

Eine noch größere Baustelle und damit auch ein entsprechender Kostenfaktor seien die beiden neun Meter hohen Stützmauern links und rechts an den beiden Eingängen zum Ehrenmal: Die Auflast der dort gepflanzten Bäume drückt mächtig. „Die hätten dort damals gar nicht gepflanzt werden dürfen. Jetzt ist in diesen Bereichen die Mauerstatik instabil“, erklärt Hans Kreinberg.

Noch ein weiterer Faktor unterstreicht die gewaltige Dimension der Sanierung: Das Bollwerk ist 90 Meter breit, von der Parkstraße bis zum Mauerfuß sind es 35 Meter. Die Stützmauern müssen zur Erneuerung komplett eingerüstet werden, und bei all dem darf der Denkmalschutz nicht außer Acht gelassen werden.

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