Ehrenamtskarte in Lüdenscheid wenig gefragt

In Lüdenscheid wurde die Ehrenamtskarte im vergangenen Jahr 57 Mal ausgestellt, davon waren 46 Neubeantragungen.

Lüdenscheid - Sie ist als Zeichen des Dankes und der Anerkennung gedacht – und soll jene belohnen, die sich regelmäßig bürgerschaftlich und ehrenamtlich engagieren. Doch die Nachfrage nach der Ehrenamtskarte, die auch in Lüdenscheid erstmals für das Jahr 2010 ausgestellt wurde, ist mager – und das Angebot an Vergünstigungen durchaus ausbaufähig.

Wie Petra Noack vom Fachdienst Rat und Bürgermeister auf Anfrage unserer Zeitung erklärte, besaßen zum Jahresende 181 Lüdenscheider eine gültige Ehrenamtskarte. 57 davon wurden 2014 ausgestellt, 46 waren Neubeantragungen. Zum Vergleich: Ein Jahr zuvor waren noch 92 Karten ausgestellt worden, 73 davon als Neuanträge. „Das ist doch eher wenig, wenn man die Zahl der Ehrenamtlichen in Lüdenscheid sieht.“

Die Ehrenamtskarte, die im Jahr 2010 in ganz Nordrhein-Westfalen eingeführt wurde, ermöglicht ihren Inhabern Vergünstigungen in öffentlichen und privaten Einrichtungen – und zwar nicht nur in Lüdenscheid oder dem Märkischen Kreis, sondern in allen teilnehmenden Kommunen des Landes. Wer davon profitieren möchte, muss einige Kriterien erfüllen: Unter anderem muss der Antragsteller seine ehrenamtliche Tätigkeit seit zwei Jahren und mit wenigstens fünf Wochenstunden ausüben (oder 250 Stunden pro Jahr) – ein entsprechender Beleg muss von der Trägerorganisation bzw. dem Verein unterschrieben werden. Sind alle Kriterien erfüllt, gilt die Karte für drei Jahre, kann aber verlängert werden.

Wer schließlich eine Karte ausgehändigt bekommt, darf sich in Lüdenscheid über Rabatte im Einzelhandel, beim Friseur oder in Werkstätten freuen – aber auch auf Ermäßigungen beim Besuch des Familienbads, kultureller Veranstaltungen oder Kursen der Volkshochschule oder eine teilweise Erstattung der Kontoführungsgebühren bei Banken und Sparkassen. Wer Vergünstigungen für Ehrenamtskarten-Inhaber anbietet, ist meist an einem entsprechenden Aufkleber zu erkennen – eine Auflistung sämtlicher, auch überregionaler Angebote gibt es im Internet (www.ehrensache.nrw.de).

Doch die Nachfrage der Karten-Inhaber im Lüdenscheider Einzelhandel ist derzeit doch eher verhalten, wie eine kleine Umfrage der Stadtverwaltung ergeben hatte, wohingegen die öffentlichen Einrichtungen durchaus eine positive Entwicklung verzeichnen können: So stieg die Nutzung der Ehrenamtskarte beispielsweise im Familienbad von 296 in 2010 auf 429 in 2013. Den Rabatt auf die Jahresgebühr in der Stadtbücherei nutzten in 2013 immerhin 39 Karten-Inhaber. Und noch ein wenig Statistik: Der Großteil jener, die im vergangenen Jahr eine Karte bekommen haben, war unter 20 Jahre alt oder älter als 45 Jahre. Der Großteil von ihnen engagierte sich dabei bei einem kirchlichen Träger.

Für die Zukunft wünschen sich die Verantwortlichen im Rathaus einerseits, dass die Karte stärker genutzt würde. „Denn sie ist ja als Dankeschön für das ehrenamtliche Engagement gedacht.“ Andererseits sei man bemüht, die Karte attraktiv zu halten und für weitere Vergünstigungen und Rabatte zu werben. „Da werden wir in Zukunft auch noch einmal ganz gezielt nachfragen. Denn die Rückmeldungen bei der Abfrage in 2009 waren eher mager.“ - kes

Infos zur Ehrenamtskarte sowie zur Antragstellung gibt es im Rathaus bei Selcan Can, Telefon 0 23 51/17 12 41, sowie im Internet unter www.luedenscheid.de.

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