Mit dem Paten in den Betrieb

Begleiter helfen Hauptschülern beim Berufseinstieg

+
Ziehen an einem Strang: die Paten Reinhard Fricke und Hans Funke (links) zusammen mit Schülern und Lehrern der Hauptschule Stadtpark. Mit im Bild: Pia Müller von der Stadt (rechts).

Lüdenscheid – Es gibt viele Strategien, um Jugendlichen den Weg in die Berufswelt zu erleichtern – oder überhaupt erst möglich zu machen. An der Ganztagshauptschule Stadtpark in Lüdenscheid hat man sich schon vor Jahren für ein Modell entschieden, das es ansonsten in der Region wohl eher selten gibt.

Soll heißen: An der städtischen Bildungsstätte sind sogenannte Paten im Einsatz – Männer und Frauen mit einem gerüttelt Maß an Lebenserfahrung und vor allem auch mit guten Kontakten zur regionalen Wirtschaft und fundierten Kenntnissen des deutschen Bildungs- und Ausbildungssystems. 

So etwa wie Reinhard Fricke als pensionierter Lehrer und Hans Funke, früher Führungskraft in einer heimischen Firma. Beide Männer gehören zum ehrenamtlichen Paten-Team an der Hauptschule. Das soll Neunt- und Zehntklässler dabei unterstützten, geeignete Berufspraktika und im Idealfall auch einen Ausbildungsplatz zu finden.

Bei ihrer Vermittlungsarbeit können die Paten auf ihre Erfahrung und alten Verbindungen zurückgreifen. Sie begleiten die Schüler auch mit in die Betriebe. Die Worte von Pate Hans Funke: „Wir wollen für einen weichen Übergang von der Schule in die Ausbildung sorgen.“ Zielgruppe der Offerte sind laut Schulleiter Thomas Lammers Schüler und Schülerinnen, die aus unterschiedlichen Gründen unsicher bei Berufsorientierung und Berufswahl sind.

Aktuell sind an der Stadt-park-Hauptschule vier Paten aktiv. Neben Fricke und Funke noch Bettina Faßmann und Frank Schnelle. Es könnten aber mehr sein. So wie bereits in der Vergangenheit. „Gut wären acht Paten“, betonen unisono Thomas Lammers wie auch Pia Müller von der städtischen Stabsstelle für Wirtschaft und Arbeitsmarkt. Die Beteiligung der Stabsstelle zeigt dabei: Es handelt sich um ein kommunal Projekt, das die Verwaltung in Kooperation mit der Hauptschule organisiert. Den Anstoß für die Maßnahme hatte 2006 übrigens Bürgermeister Dieter Dzewas gegeben.

Der Erfolg des Paten-System spricht dabei offenkundig für sich. Thomas Lammers: „In den vergangenen fünf Jahren hatten wir eine Vermittlungsquote von 90 Prozent.“ In der Regel ist ein Pate immer für zwei Schüler zuständig.“ Mittlerweile hofft man an der Hauptschule sogar, dass sich durch die Arbeit der Paten gleich mehrere heimische Unternehmen quasi als ständige Partner der Lehrstätte etablieren und regelmäßig Praktikums- und Ausbildungsplätze zur Verfügung stellen. Ein solcher Firmenpool wäre optimal“, sagt Lammers Lehrer-Kollege Harald Döpke.

Wer künftig gerne als Pate – Berufstätige sind ebenso willkommen wie Ruheständler – an der Hauptschule wirken möchte, kann sich direkt an Thomas Lammers, Telefon 0 23 51/ 3 65 69 12, oder an Pia Müller von der städtischen Stabsstelle, Telefon 0 23 51/17 13 80, wenden.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare