Ehepaar Woschée im Einsatz für die Lepra-Hilfe

Christa und Joachim Woschée setzen sich seit Jahrzehnten für die Lepra-Hilfe ein.

LÜDENSCHEID ▪ „Es ist wichtig, über den Tellerrand zu schauen.“ Christa und Joachim Woschée sagen das nicht nur so daher, sondern praktizieren es seit fast vier Jahrzehnten. Zugute kommt dies der Deutschen Lepra- und Tuberkulosehilfe (DAHW), mit der der Name Woschée in Lüdenscheid untrennbar verbunden ist.

Daher rufen die beiden auch zum Welt-Lepra-Tag am Sonntag erneut dazu auf, die Lepra-Kranken in Sierra Leone nicht allein und ihr Schicksal nicht in Vergessenheit geraten zu lassen.

„Es ist immer gut, konkrete Projekte zu unterstützen“, sagt Joachim Woschée. „Man hat Kontakt zu den Leuten vor Ort und weiß, worum es geht. Dann kann man sein Anliegen auch besser vermitteln.“ Dennoch war der 77-Jährige selbst noch nie in Sierra Leone. „Ich bin nicht jemand, der sich gerne feiern lässt und das würde dann bestimmt passieren“, sagt er. Bescheidenheit ist sicherlich eine wesentliche Charaktereigenschaft von Christa und Joachim Woschée, die kürzlich ihren 50. Hochzeitstag feierten.

1975 begann sein Engagement vor dem alten Kaufhof mit einer Verkaufsaktion selbst gefertigter Fotokarten. Die fertigt er heute noch an: „Allerdings sind sie heute bunt geworden“, schmunzelt er. Notenkarten kommen hinzu und selbst gebastelte Sterne zur Weihnachtszeit, die im Weltladen an der Marienstraße für die Lepra-Hilfe verkauft werden. Tausende von Euro kommen so Jahr für Jahr zusammen. „Inzwischen sind wir nur noch sieben Leute. Keiner steigt neu ein. Jemanden für ein dauerhaftes Engagement zu gewinnen, ist schwierig.“

Das war damals, als 1976 der Weltladen eröffnet wurde, und die Probleme in der Dritten Welt in den Fokus rückten, nicht so. Zunächst war der Standort an der Freiherr-vom-Stein-Straße, dann oben im City-Center (neben dem damaligen Erotik-Shop), wo das Schaufenster des Weltladens mit Plakaten, die auf die Probleme in der Dritten Welt hinwiesen, irgendwann nicht mehr ins Sortiment passte. Danach ging’s an die Loher Straße oberhalb der heutigen Poststelle und nun ist das Domizil im Alten Rathaus.

Stolz sind die Woschées und ihre Mitstreiter darauf, dass sie im vergangenen Jahr bei der Staffelstabübergabe im Rahmen des „Eine-Welt-Netzes“, früher „Afrikahilfe Lüdenscheid“, ins Förderprogramm der Stadt Lüdenscheid aufgenommen worden sind. Denn besiegt ist Lepra noch lange nicht, wie die DAHW zum Welt-Lepra-Tag betont.

Die Lepra-Ärztin und Ordensfrau Ruth Pfau hat schon vor einigen Jahren gesagt: „Wenn wir heute in unseren Bemühungen aufhören, wird schon morgen die Krankheit zurückkehren.“ Die aktuelle Arbeit der Deutschen Lepra- und Tuberkulosehilfe in den durch Krieg zerstörten Ländern Liberia, Sierra-Leone und Süd-Sudan bestätigt ihre Prognose.

Ruth Pfau, die für ihr Engagement den Bambi bekam, war auch zwei Mal in Lüdenscheid, Joachim und Christa Woschée gratulierten ihr persönlich zu ihrem 80. Geburtstag. „Sie hat uns mit ihrer Art immer sehr motiviert“, sagen die beiden, und so rufen sie auch dieses Jahr die Lüdenscheider wieder auf, mit einer Spende die Arbeit der Aktiongruppe vor Ort zu unterstützen:

Aktionsgruppe Lüdenscheid, eine Initiative zur Förderung der DAHW, Sparkasse Lüdenscheid, Bankleitzahl: 458 500 05, Kontonummer: 3 530 003

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