Aus ehemaligem „Rüpel“ wird ein Staatssekretär

Im einstigen Lehrerzimmer, heute ein Klassenraum, trafen sich die ehemaligen Abiturienten zum Erinnerungsfoto.

LÜDENSCHEID ▪ 50 Jahre nach ihrem Abitur am Zeppelin-Gymnasium trafen sich am Samstag Hans-Joachim Backhaus, Jochen Berghaus, Conrad Bussemer, Diethard Erbslöh, Helmut Falk, Gerhard Gerber, Carl-Ernst Kattwinkel, Horst Werner Klimmeck, Norbert Meister, Gunter Pleuger, Detmar Roloff, Ulrich Spelsberg und Hans-Peter Cordt. Bereits zum vierten Mal kam die illustre Truppe in Lüdenscheid zusammen. Auch fünf, 20 und 40 Jahre nach ihrer Reifeprüfung waren die ehemaligen Zeppelin-Abiturienten in ihre Heimatstadt gekommen.

Alle hatten beruflich Erfolg, wurden Ärzte, Pfarrer, Ingenieure, Computerfachmänner, Unternehmer oder Juristen. Die wohl steilste Karriere hatte Gunter Pleuger (auf unserem Bild stehend rechts). Er studierte in Köln, Bonn und Paris Jura und Politikwissenschaften, wurde Staatssekretär im Auswärtigen Amt, dann Uno-Botschafter der Bundesrepublik in New York und ist heute Präsident der Europa-Universität Viadrina in Frankfurt an der Oder. „Ich habe im Leben viel Glück gehabt“, fasste er lachend zusammen.

„Wir galten früher als Rüpelklasse und hatten dadurch einen besonderen Zusammenhalt“, so die Erinnerung. Bei ihrer Schulführung durch das „Zepp“ kamen viele Streiche ans Tageslicht. „Wir haben Stühle und Wasserbomben aus dem dritten Stock geworfen und auf der Toilette geraucht.“ Zudem erinnerten sich die gestandenen Männer an ihre ersten Kontakte mit Alkohol. Zum Unterricht seien sie gerne später gekommen und früher gegangen. „Schule war damals humorvoller als heute – und die Schüler hatten viel mehr Freiheiten“, waren alle einer Meinung. Architektonisch habe sich im Zeppelin-Gymnasium nicht viel verändert, allerdings werde Schule heute wesentlich mehr durch die Schüler geprägt, meinte Dr. Stefan Werth bei seiner Führung. Die alten Kaminschächte seien genutzt worden, um Internet in die Klassenräume zu legen.

„Damals herrschte Raummangel. Unsere Klasse saß in der Oberprima im Vorbereitungsraum für den Biologieunterricht. Unser Abi haben wir zwischen Reptilien und präparierten Tieren gemacht“, erinnerte sich Carl-Ernst Kattwinkel. „Heute gibt es eine deutlich bessere Ausstattung“, stellten die Männer fest. Dennoch war die Sportmannschaft des Zeppelin-Gymnasiums damals im Handball sehr erfolgreich“, betonte Ulrich Spelsberg. „Wir wurden drei Mal nordrheinwestfälischer Meister“.

Nach der Führung durch die Schule ging es ins Brauhaus zum Mittagessen. „Damals befand sich hier das Schillerbad, wo dienstags immer geschwommen wurde“, so die Ex-Eleven. Nach einer Stadtführung, geleitet von Rechtsanwalt Hans-Joachim Brüßler, stand im Gasthaus Pretz ein geselliges Abendessen auf dem Programm.

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