Schulsozialarbeit vor Aus - Dzewas schreibt Brandbrief

In Sorge um Schulsozialarbeit: Bürgermeister Dzewas.

Lüdenscheid - Die Schulsozialarbeit in Lüdenscheid ist in Gefahr. Die Förderung läuft zum Jahresende aus. In einem Brief an NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft drängt Bürgermeister Dieter Dzewas darauf, aus arbeitsmarktlichen und gesellschaftspolitischen Gründen den Fortbestand zu sichern.

Lüdenscheid sei aus eigener Kraft dazu nicht in der Lage, schreibt Dzewas. Seit Ende 2011/Anfang 2012 finanziere die Stadt Lüdenscheid Schulsozialarbeit mit Bundesmitteln aus dem Bildungs- und Teilhabepaket. Ziel sei die Integration durch Bildung und der Abbau der Folgen wirtschaftlicher Armut. Das geschehe über Einzelfallberatung und Unterstützungsleistungen wie über präventive Ansätze in Form von Gruppen- und Projektangeboten.

Insgesamt gehe es in Lüdenscheid um 4,25 Personalstellen an zehn Schulen in vier unterschiedlichen Schulformen, erläutert Dzewas seine Anfrage in der Staatskanzlei. Das Umsetzungskonzept werde eng mit den Schulleitungen abgestimmt, ebenso mit der örtlichen Jugendhilfe, um Doppelstrukturen zu vermeiden. Rund 232 000 Euro stünden jährlich für die Finanzierung dieses Angebots bereit. Schulsozialarbeit werde durch die Schulen als fester Bestandteil der Arbeit gesehen, um die Chancen der Kinder und Jugendlichen auf Teilhabe zu verbessern.

Entscheidend für die Fortführung der wertvollen Unterstützungs-, Beratungs- und Präventionsleistungen sei aber die Sicherung der weiteren Finanzierung. Diese Aufgabe dürfe und könne ab 2015 nicht erneut kommunalisiert werden: „Für die HSK-Kommunen wie Lüdenscheid und Stärkungspaktkommunen schließt sich aufgrund der finanziellen Gesamtsituation eine Übernahme der Kosten aus“, macht Dzewas deutlich. Die Lage sei somit anders als in anderen Städten des Landes Nordrhein-Westfalen, die sich aufgrund einer besseren Finanzlage die Fortführung leisten könnten. Für Lüdenscheid sei die Situation jedoch eindeutig: „Lüdenscheid ist aufgrund der Bindungen durch das genehmigte Haushaltssicherungskonzept leider nicht in der Lage, die Schulsozialarbeit über den 31. Dezember 2014 weiter zu finanzieren.“

Damit bestehe die Gefahr, dass aufgrund finanzieller Rahmenbedingungen die neu aufgebaute und etablierte Schulsozialarbeit an vielen Stellen des Landes nicht mehr fortgeführt werden könne und damit Bildungs- und Teilhabechancen verloren gingen. Dies gehe zu Lasten gleichwertiger Lebensbedingungen im Land.

Lösungsansatz könnte nach Dzewas’ Auffassung die Einigung der großen Koalition im Mai zu den Themen Bildung, Wissenschaft und Forschung sein. Mit der dort erreichten dauerhaften Entlastung der Länder stünden auch für NRW erhebliche Mittel für Bildungsaufgaben zur Verfügung.

Durch Weiterleitung eines auskömmlichen Teils der Mittel an die Städte und Gemeinden könne der auch von der Landesregierung propagierte Grundsatz „kein Kind zurücklassen“ umgesetzt und ein Beitrag zur Chancengleichheit geleistet werden. - flo

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