5,5 Millionen Euro als Wunschpreis

Dura und Postbank als Mieter: Gebäude in Bestlage soll verkauft werden

Gebäude Rathausplatz
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Das Postbankgebäude am Rathausplatz steht zum Verkauf. Die Münchener Transaktionsberatungsgesellschaft BGA Invest vermarktet die Gewerbe-Immobilie am Rathausplatz.

Für das Postbankgebäude am Lüdenscheider Rathausplatz wird ein neuer Käufer gesucht. Die Münchener Transaktionsberatungsgesellschaft BGA Invest vermarktet die Gewerbe-Immobilie in Bestlage. Auch die Stadt hat ein Auge auf das, was direkt vor ihrer Rathaustür passiert.v

Lüdenscheid – 5,5 Millionen Euro sind laut Annonce für die „Kapitalanlage Büroinvestment“ aufgerufen – das sei jedoch ein „Wunschpreis des Verkäufers“, wie es aus München heißt. Objekte dieser Größe würden immer gegen Gebot einen neuen Eigentümer finden – der Preis könne also sowohl höher als auch niedriger ausfallen.

StadtLüdenscheid
Landkreis Märkischer Kreis
Einwohnerzahl 72.313 (Stand: 31.12.2019)

Im Vorfeld der Veröffentlichung hat die BGA Invest mögliche Interessenten angesprochen und auf das Lüdenscheider Objekt hingewiesen. Neben institutionellen Anlegern sind darunter auch Investmentgesellschaften. Derzeit liefen die Verkaufsgespräche, hieß es aus München. Auch zur Stadt Lüdenscheid halte man Kontakt.

Dura und Postbank als Mieter: Dach mit Photovoltaikanlage

Das 1967 gebaute Gebäude ist fünfgeschossig und hat eine vermarktbare Fläche von 4 280 Quadratmetern. Derzeit werden die Räumlichkeiten von der Deutschen Post/Postbank sowie von einer Serviceeinheit der Firma Dura genutzt. Die derzeitigen Mieteinnahmen werden mit 362 000 Euro pro Jahr angegeben. Neben 2 333 Quadratmetern Bürofläche gehören 424 Quadratmeter Verkaufsfläche zu dem Objekt, ebenso 164 Parkplätze. Auf dem Dach befindet sich laut Exposé eine Photovoltaikanlage.

Derzeitiger Eigentümer ist nach Informationen unserer Zeitung ein Investor aus Frankfurt, der die Lüdenscheider Immobilie vor einigen Jahren als Teil eines Postimmobilienpakets aus ganz Deutschland erworben hatte und sie jetzt einzeln wieder losschlagen möchte. Mit dem Verkauf wurde die BGA Invest GmbH aus München beauftragt, die laut Homepage beste Kontakte zu Immobilienkäufern im deutschen Investmentmarkt verfügt.

Stadtverwaltung benötigt Büroflächen

„Wir kennen die Anzeige“, sagt Fachbereichsleiter Martin Bärwolf“ auf Anfrage, hält sich ansonsten aber bedeckt. Bereits vor einigen Jahren stand eine Anmietung der Büroflächen im Postbank-Gebäude im Raum, wurde damals aber von der Politik abgelehnt. Jetzt wäre theoretisch sogar der Ankauf möglich.

Wie berichtet, benötigt die Stadtverwaltung nach eigener Aussage dringend mehr Büroflächen für ihre Mitarbeiter. So steht es in einem städtischen Gutachten, das im Jahr 2018 einen Büro-Mehrbedarf von zusätzlich 2 900 Quadratmetern feststellte. Die zwischenzeitlich favorisierte Anmietung von Flächen im neuen Stadtturm der Investorengruppe um Roland Rothmann wurde von der Politik abgelehnt. Das Stadtturm-Projekt am Standort des ehemaligen P&C-Gebäudes scheiterte daraufhin.

Politik mit großem Interesse an städtebaulicher Entwicklung

In einem ersten Schritt hat die Stadt vor rund einem Jahr immerhin 800 Quadratmeter in der Altenaer Straße 1 angemietet. Mehr als 2 000 Quadratmeter fehlen demnach noch – allerdings nach alter Rechnung vor Corona. Die seit Beginn der Pandemie beförderten Homeoffice-Lösungen oder andere Arbeitszeitmodelle könnten den Büroflächenbedarf in der Verwaltung inzwischen etwas gesenkt haben.

Auch wenn die Stadt die jetzt vermarktete Immobilie nicht kauft, besteht im Rathaus großes Interesse an der weiteren städtebaulichen Entwicklung am Rathausplatz. Anders als in anderen Bereichen der erweiterten Innenstadt (Ex-Novelis-Gelände, Turck-Gelände) hat sich die Stadt für das Gelände der Postbank-Immobilie nach Informationen unserer Zeitung allerdings kein Vorkaufsrecht gesichert.

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