Awo Duisbergweg: Karin Löhr geht nach 30 Jahren

Neue Leitung in der Awo-Familienbildungsstätte: Nachfolgerin von Karin Löhr (l.) wird Manuela Lex.

LÜDENSCHEID ▪ „Es muss ja keine Lebensstellung werden“, sagte Karin Löhr, als sie die Zusage bekam, die Familienbildungsstätte der Arbeiterwohlfahrt (Awo) zu leiten. „Das ist jetzt gut 30 Jahre her“, lacht die 64-Jährige, die zum 1. Oktober in den Ruhestand gehen wird. Die Leitung übernimmt dann Manuela Lex.

„Ich werde hier bis zu meinem letzten Arbeitstag gerne arbeiten und habe es nie bereut, die Stelle angenommen zu haben“, zieht Karin Löhr Bilanz, „denn ich konnte mich mit den Aufgaben gut verwirklichen.“ Im Nachhinein sei es genau das richtige Angebot zum richtigen Zeitpunkt gewesen. „Für die reine Beratung wäre ich viel zu hibbelig. Ich organisiere gern, plane gern und habe gern mit Menschen zu tun.“

Die gebürtige Bochumerin ist gelernte Bäckereifachverkäuferin, machte die Mittlere Reife und den Fachhochschulabschluss nach und studierte schließlich in Dortmund Sozialarbeit. „Eigentlich wollte ich im Beratungsbereich arbeiten, habe mein Anerkennungsjahr auch damals bei der städtischen Beratungsstelle absolviert.“ Doch dann kam die Awo und drei Jahrzehnte Familienbildungsstätte, deren Angebote sich nach der Änderung der Förderrichtlinien sehr wandelten. „Früher wurde ganz viel im kreativen Bereich gemacht. Jeden Abend gab es Makramee- oder Töpfer- und Kochkurse. Es war überhaupt kein Problem, die vollzubekommen. Die liefen wochenlang wie von selbst. Dann kam vor fünf Jahren die Konzentration auf die reine Familienbildung.“

Heute sei es schwieriger, die Teilnehmer an die Kurse zu binden. Viele wollten sich nicht auf längere Zeit festlegen, manchen fehle auch das Geld. „Das Geschäft ist grundsätzlich mühseliger geworden“, weiß Karin Löhr. Wer sie kennt, weiß, dass die erfahrene Sozialarbeiterin und engagierte Sozialdemokratin jetzt keineswegs die Beine hochlegen wird. Zwar freut sie sich auch einmal auf einen freien Abend. Immerhin stand sie in den vergangenen 30 Jahren nicht nur im Dienst der Awo, sondern als Orts- und Stadtverbandsvorsitzende genau so lange im Dienst der SPD. Aber neue ehrenamtliche Aufgaben hat sie schon im Blick: „Einmal in der Woche möchte ich einer Kollegin im Awo-Seniorenzentrum an der Parkstraße die Bewirtschaft im Café abnehmen. Außerdem könnte ich mir vorstellen, Studienfahrten anzubieten, zum Beispiel auf den Spuren der Hanse.“ Ihre Mitgliedschaften im Jugendhilfeausschuss, in dem sie die Dienstälteste ist, im Sozial- und Senioren- sowie im Bauausschuss möchte sie ebenfalls weiter wahrnehmen. Zuhause will sie sich der Gartenarbeit widmen und wieder Klavier spielen, aber jetzt erst einmal mit ihrem Lebensgefährten Klaus Wieber in Urlaub fahren.

Mit der Stabübergabe an Manuela Lex, die selbst bereits seit zehn Jahren bei der Awo arbeitet, ist auch eine Umstrukturierung verbunden. War vorher am Duisbergweg alles unter dem Dach der Familienbildungsstätte zusammengefasst, ist es jetzt das Dach des Mehrgenerationenhauses, dessen Leiterin Sabine Bomm und Manuela Lex gleich- und vertretungsberechtigt sind

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