Ermittlungsverfahren läuft

Dubioser Telefonanruf am Impfzentrum MK: Pächter der Schützenhalle alarmiert die Polizei

Bildschirm Arbeitsplatz in historischem Festsaal
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Die Lüdenscheider Schützenhalle am Loh ist seit Wochen als Impfzentrum fertig eingerichtet. Ein anonymer Drohanruf beim Verpächter ist nun Anlass für ein Ermittlungsverfahren durch den Staatsschutz.

Die Staatsschutz-Abteilung des Polizeipräsidiums Hagen hat ein Ermittlungsverfahren gegen einen unbekannten Anrufer eingeleitet. Der Verdächtige hatte sich am Wochenende telefonisch beim Verpächter der Schützenhalle Loh in Lüdenscheid gemeldet und diffuse Drohungen ausgestoßen. In der Schützenhalle ist das Impfzentrum des Märkischen Kreises untergebracht.

Lüdenscheid - Noch ist unklar, welche Absicht der anonyme Anrufer mit seinen Drohungen verfolgt hat. Wie die Pressesprecherin des Hagener Polizeipräsidiums, Ramona Arnhold, sagt, prüft der Staatsschutz, ob ein politisches Motiv dahinter steckt und ob sich der Anruf direkt auf das Impfzentrum bezieht.

Was der Verdächtige konkret geäußert hat, darüber äußert sich die Pressesprecherin nicht. Nach Informationen unserer Redaktion rief der Unbekannte auf dem Anschluss des Restaurants Castello an und sprach auf den Anrufbeantworter.

Die Familie des Betreibers des Restaurants hatte dem Märkischen Kreis die Schützenhalle als Standort des Corona-Impfzentrums verpachtet. Polizisten der Lüdenscheider Wache stellten die Aufzeichnungen aus der Telefonanlage vor Ort sicher und leiteten das Beweismaterial an den Staatsschutz zur Prüfung weiter.

Der historische Saalbau zwischen Saarland- und Reckenstraße ist als Impfzentrum zwar offiziell seit dem 27. Dezember fertig eingerichtet und technisch einsatzbereit. Sechs Impfstraßen wird es geben. Bis zu 42 000 Menschen im Monat sollen versorgt werden, an sieben Wochentagen, jeweils von 8 bis 20 Uhr.

1440 Impfungen am Tag sind in der Schützenhalle möglich. Doch noch wurde keine einzige Ampulle in dem Saalbau verimpft. Der Betrieb soll nach letztem Stand am 8. Februar losgehen.

Abgesichert sind die Anlagen durch eine Security-Mannschaft – zur Sicherheit des Personals und der Patienten, aber auch, um auf mögliche Angriffe von Impfgegnern reagieren zu können. Wie Radio MK berichtet, sind weitere Drohungen gegen die Einrichtung bislang nicht bekannt. Die Polizei fahre im Bereich des Impfzentrums „ganz normal Streife“.

Nach Informationen der Lüdenscheider Nachrichten hat der bislang unbekannte Anrufer sich am Freitagnachmittag gleich mehrmals bei der Familie Bucci als Verpächter der Schützenhalle gemeldet. Wie es heißt, habe der Mann „recht undeutlich wirres und dummes Zeug geredet“, angeblich forderte er einen Betrag von fünf Millionen Euro.

Ob und warum er Forderungen erhob und mit welchem Hintergrund, das müssen die Ermittlungen der Staatsschutz-Abteilung der Hagener Polizei ergeben.

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