Ungewisse Zukunft

HC Druckguss GmbH droht Insolvenzverfahren

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Rechtsanwalt Thomas Neumann ist vorläufiger Insolvenzverwalter der HC Druckguss GmbH an der Talstraße. Die Zusammenarbeit gestalte sich schwierig, so der Jurist.

Lüdenscheid - Die HC Druckguss GmbH an der Talstraße steht vor einer ungewissen Zukunft. Auf Antrag eines Gläubigers hat das Amtsgericht Hagen ein Insolvenzeröffnungsverfahren über das Vermögen des Spezialisten für Aluminium und Zinkdruckguss eingeleitet.

Dafür hat das Gericht am 18. Januar den Lüdenscheider Rechtsanwalt Thomas Neumann zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt. „Ich habe einen spannenden Auftrag bekommen“, sagte der Jurist. 

Der Lüdenscheider Anwalt hat jetzt den Auftrag zu prüfen, ob das Unternehmen zahlungsfähig ist oder nicht. Davon hängt auch ab, ob sich das eigentliche Insolvenzverfahren anschließt. Solange die Eröffnung geprüft wird, darf das Unternehmen ohne die Zustimmung des vorläufiger Insolvenzverwalters nicht mehr über sein Vermögen verfügen. 

Derzeit versucht sich Anwalt Neumann einen Überblick zu verschaffen. Die Zusammenarbeit mit der Geschäftsführung gestalte sich aber nicht offen, sagt Neumann: „Die Verhaltensweisen sind nicht typisch für einen solchen Ablauf“. Es gebe eine Reihe von Bekundungen, aber keinerlei schriftliche Belege, so Neumann.

Ein Investor wurde in Aussicht gestellt

„Ich kenne die Höhe der Verbindlichkeiten und sehe, dass der Betrieb als solcher sie nicht zahlen kann, wenn keine Gelder von außen fließen.“ In einem Schreiben habe der Anwalt der HC Druckguss die Finanzspritze eines namentlich nicht genannten Investors für die vierte Kalenderwoche in Aussicht gestellt, um alle Außenstände zu begleichen. „Inzwischen haben wir die fünfte Kalenderwoche, und auf dem Konto ist noch kein Cent eingegangen.“

Bereits seit Längerem gebe es Pfändungen des Geschäftskontos, eine Gerichtsvollzieherin sei schon mehrfach vor Ort gewesen. Auch für das Mietobjekt an der Talstraße sei die Botschaft eindeutig: „Die Miete dürfte in nicht unerheblichem Maße offenstehen.“ Für die Immobilie sei mittlerweile Zwangsverwaltung angeordnet worden. 

Kein Nachweis über aktuellen Stand der Belegschaft

Mit Beiträgen zur Sozialversicherung stehe das Unternehmen ebenfalls im Rückstand, sagt der Anwalt. Keine Nachweise gebe es über den aktuellen Stand der Belegschaft. Angeblich, so Neumann, hätten alle 35 Mitarbeiter gekündigt: „Aber ich habe noch kein einziges Schreiben auf dem Tisch, obwohl ich sie von der Geschäftsführung abverlangt habe.“ 

Die HC Druckguss GmbH wurde erst im Frühjahr 2015 ins Handelsregister eingetragen. Zuvor war an der selben Adresse die Heba Druckguss GmbH ansässig. Das Insolvenzverfahren gegen die Heba wurde am 1. September 2014 wegen Zahlungsunfähigkeit und Überschuldung eröffnet. Das Verfahren ist noch nicht abgeschlossen. 

An gleicher Stelle gab zuvor die Firma „Hesse & Bauckhage“ auf. Im Mai 2011 hatte Heba das Traditionsunternehmen im Rahmen eines Management-Buy-outs übernommen.

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