111 Dinge (60): Die Druckerei des Märkischen Zeitungsverlags besichtigen

Druckereileiter Volker Kronberg hat alles im Griff.

Warum muss ein Lüdenscheider nach Meinerzhagen fahren? Oder anders: Warum muss man nach Meinerzhagen fahren, wenn man 111 Dinge in Lüdenscheid gemacht haben soll? Die Antwort: Weil in Meinerzhagen die Lüdenscheider Nachrichten das Licht der Welt erblicken.

Wenn die Redakteure in der LN-Redaktion ihre Arbeit getan und alle Lichter gelöscht haben, fängt die Arbeit im Druckzentrum des Märkischen Zeitungsverlages erst an. Gegen 23 Uhr heißt es für Chef-Drucker Volker Kronberg und seine Mitarbeiter: Druckbeginn. Hier wird immer unter „Hochdruck“ gearbeitet, denn das Zeitfenster ist jede Nacht aufs Neue eng wie ein Nadelöhr. Im Gegensatz zum Kamel schaffen die Drucker das Kunststück jedoch jeden Tag – denn in aller Regel landen die Lüdenscheider Nachrichten pünktlich im Briefkasten der Abonnenten.

Im MZV-Druckzentrum werden neben den Lüdenscheider Nachrichten auch das Altenaer Kreisblatt, der Süderländer Volksfreund, die Meinerzhagener Zeitung, der Allgemeine Anzeiger, das Süderländer Tageblatt und Der Bote gedruckt. Wer Interesse an einer Gruppenführung durch das Druckzentrum in Meinerzhagen (Am Stadion 2) hat, sollte sich zwecks Terminabsprache im Sekretariat der Lüdenscheider Nachrichten (Tel. 0 23 51/ 15 82 09) melden. Alle weiteren Informationen können hier erfragt werden.

Gearbeitet wird hier mit Superlativen: Zwei Minuten reichen aus – dann kommt die Offset-Druckplatte aus der Fertigungsstraße. Volker Kronberg und seine Kollegen bringen es auf gut 90 Platten in der Stunde – natürlich nicht nur für die LN, sondern auch für die anderen Zeitungen des Märkischen Zeitungsverlages. Um die Zeitung so zu drucken, wie sie morgens beim Frühstück gelesen wird, braucht es die Farben Cyan, Gelb, Magenta und Schwarz. Jede Farbe bekommt eine Offset-Druckplatte – und fertig ist der Vierfarbdruck. Volker Kronberg erzählt, dass 35 000 Zeitungen mit einem Umfang von bis zu 32 Seiten vierfarbig gedruckt werden – in einer Stunde, wie er stolz hinzufügt.

Der Besucher kann sich nur noch klein fühlen bei den Kolossen an Maschinen, die hier lautstark ihren Dienst am Papier versehen. Apropos Papier: Heute werden die 1,4 Tonnen schweren Rollen mit 17 000 Metern Papier mit Gabelstaplern und den sogenannten Papiergabeln durch die Hallen befördert. Als es dieses ganz spezielle Besteck für Papier noch nicht gab, war die Beförderung ein gefährlicher Akt, plaudert Kronberg aus dem Nähkästchen: „In der alten Rotation in Lüdenscheid hat sich so ein Papiergigant mal selbstständig gemacht, krachte vom Gabelstapler und rollte die Straße runter, direkt in ein Schaufenster. Da konnten wir dann alle mal mit eigenen Augen sehen, wie viel Durchschlagskraft Papier haben kann. Zum Glück wurde niemand verletzt.“ HdW

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