Drogenhändler wartet auf sein Urteil

Lüdenscheid - Drei Verhandlungstage vor dem Landgericht Kleve hat er schon hinter sich, am Montag soll das Urteil gesprochen werden: Wegen der Einfuhr von und des Handels mit illegalen Drogen erwartet ein 36-jähriger Autoverkäufer aus Lüdenscheid eine mehrjährige Freiheitsstrafe.

Es geht um mindestens zwölf Kilogramm Cannabis, die er von einem bereits verurteilten 68-jährigen Kurier aus den Niederlanden erworben hat. Der Lüdenscheider, verteidigt von Rechtsanwalt Dirk Löber, hat ein Geständnis abgelegt.

Etwas anderes blieb dem Angeklagten auch kaum übrig. Denn nachdem der Zoll den holländischen Drogenkurier geschnappt hatte, legte der eine „Lebensbeichte“ ab, wie Rechtsanwalt Löber sagt – und verriet unter anderem den Namen seines Kunden aus Lüdenscheid. Umfangreiche Verfahrensabsprachen zwischen dem Holländer und den Ermittlungsbehörden brachten dem Drogenkurier einen „Rabatt“ ein: 60 Schmuggelfahrten waren dem Kronzeugen zur Last gelegt worden, dafür verurteilte ihn das Landgericht Kleve zu sechs Jahren Gefängnis.

Mit ähnlicher Milde wird der Angeklagte aus Lüdenscheid nach Einschätzung seines Verteidigers wohl nicht rechnen können. Eine Verfahrensabsprache zwischen den Prozessbeteiligten ist nicht zustande gekommen, obwohl die Verteidigung Interesse daran gehabt habe. Aber: „Die ganze Hauptverhandlung litt aus meiner Sicht unter mangelnden Kommunikationsmöglichkeiten“, sagt Löber. Im Laufe des Prozesses stellte der Rechtsanwalt nach eigenen Worten vier Befangenheitsanträge gegen die Kammer.

Plädoyers und Urteilsverkündung finden am Montag ab 14 Uhr im Saal A 105 des Landgerichts Kleve statt. (Az 120 KLs 17/14)

Drei Fahrten mit jeweils bis zu acht Kilogramm Cannabis als Fracht warf die Anklagebehörde dem Mann aus Lüdenscheid vor. Nach der Zeugenaussage des 68-jährigen Drogenkuriers verständigten sich die Juristen auf insgesamt zwölf Kilo. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der Angeklagte den Stoff in Lüdenscheid gewinnbringend weiterverkaufen wollte. Ihm wird in Kleve der Prozess gemacht, weil die grenzüberschreitenden Geschäfte im dortigen Bezirk abgewickelt wurden. Seit Januar sitzt er in Untersuchungshaft.

Wie Dirk Löber weiter sagt, sollte das Urteil gegen seinen Mandanten nach seiner Einschätzung nicht höher als drei Jahre ausfallen. „Aber ich bin pessimistisch, vielleicht wird es auch mehr.“ -von Olaf Moos

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