Drobs meldet höheren Beratungsbedarf

Lüdenscheid - Die Anonyme Drogenberatungsstelle hat mit weiterhin steigenden Fallzahlen zu tun. 451 Kontakte seien Rekord in den 41 Jahren des Bestehens der Drobs, so Stefan Tertel, Geschäftsführer der kreisweit tätigen Drogenberatung mit drei Niederlassungen in Iserlohn, Werdohl und Lüdenscheid.

Zu unterscheiden ist dabei zwischen Mehrfachberatungen mit mindestens zwei Kontakten und einmaligen Beratungsgesprächen. In 231 Fällen waren mehr als zwei Gespräche nötig. Mit 1704 Kontakten stieg die Zahl im Verhältnis zum Vorjahr (1392) erneut deutlich an.

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Klar an der Spitze der konsumierten Substanzen liegen Opiate mit 95 Fällen. 70 Hilfesuchende erhalten dabei Ersatzdrogen zur Substitution und eine psychosoziale Betreuung. Cannabiskonsum war bei 60 Klienten Anlass, die Drobs aufzusuchen, in 41 Fällen war es Alkoholkonsum, bei 31 Fällen synthetische Substanzen und vier Mal Kokain.

Auffällig ist seit einigen Jahren eine Entwicklung, die die Drobs zwingt, ihre Beratung anzupassen: Die Besucher an der Körnerstraße, aber auch in den anderen Beratungsstellen, werden immer älter. Lediglich 65 der Klienten sind jünger als 30 Jahre, 158 dagegen 30 Jahre und älter. Und eine Vielzahl der zu Betreuenden sind Eltern, was einen geänderten Beratungsansatz erfordere.

„Auch Eltern, die abhängig sind, wollen gute Eltern sein“, formuliert es Tertel. Doch auf der anderen Seite gebe es Erkenntnisse, dass die Gefahr für Kinder aus Suchtfamilien sechs Mal höher sei, selbst ein Abhängigkeitsproblem zu bekommen. Es gehe darum, Unterstützungsstrukturen für die Familien in enger Absprache mit anderen Einrichtungen zu installieren. - flo

Rubriklistenbild: © Herholz

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