Drogen aus dem Netz: Hat der Straßendealer bald ausgedient?

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Lüdenscheid - Drogen vom Dealer in der Fußgängerzone werden weniger – „der heutige Dealer ist der Paketzusteller, der nicht weiß, was er in die Haushalte bringt“, sagte Stefan Tertel, Geschäftsführer der Anonymen Drogenberatung Drobs.

Denn heutzutage bestellten Leute Drogen übers Internet: chemische Substanzen, deren Verbot schwer durchzusetzen sei, weil ihre Bestandteile schnell veränderbar sind. 

Generell habe sich der Konsum verändert, erklärte Jutta Hendess von der Drobs Lüdenscheid in der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Soziales, Senioren und Demografie. Jugendliche nutzten Amphetamine, um nächtelang zu zocken oder in den sozialen Netzwerken aktiv zu sein. „Die Handy-Nutzung vieler Jugendlicher liegt bei vier bis acht Stunden am Tag. Nach einem Schultag und anderen Aktivitäten bleibt nicht mehr viel Zeit übrig“, sagte Hendess. 

"Nicht die typischen Junkies"

Zudem verstünden sich die meisten Cannabis-Konsumenten nicht als „die typischen Junkies – deshalb ist auch keine konventionelle Drogenberatung gefragt“, sondern verschiedene Angebote seien nötig. 

Welche das sind und was die Arbeit der Dobs noch umfasst, wollen die Mitarbeiter der Drogenberatung bei einer Aktionswoche im kommenden Jahr zeigen. „Es ist geplant, dass Einrichtungen und Kooperationspartner verschiedene Angebote vorstellen. Ein Programm wird es natürlich auch geben“, erklärten Tertel und Hendess. 

385 Klienten in Lüdenscheid

2017 hatte die Drobs Iserlohn, Lüdenscheid und Werdohl 1001 Klienten, 385 davon in Lüdenscheid. Kontakte gab es 4949 (Lüdenscheid: 1621). Von ihnen wurden 166 in Entgiftungen und 118 in eine Drogentherapie vermittelt.

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