Impfzentrum schließt am 30. September

Drittimpfung im MK? (Noch) nicht im Impfzentrum

Hausarzt überreicht Impfpass
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Der Hausarzt kann bei einem Patienten die Impfung auffrischen, wenn er das für angemessen hält.

Die Drittimpfung und ihre praktische Umsetzung: Auch im Märkischen Kreis laufen die Drittimpfungen mit den Corona-Impfstoffen an. Allerdings im Detail anders als zum Beispiel im benachbarten Ruhrgebiet.

Lüdenscheid - „Die klare Aussage vom Gesundheitsministerium ist die, erst einmal die über 80-Jährigen und die schwerkranken, zum Beispiel die immunsupprimierten Patienten zum dritten Mal zu impfen“, sagt Volker Schmidt, Leiter des Ressorts Gesundheit beim Märkischen Kreis, „ich weiß, dass es Gesundheitsämter gibt, die dies etwas weiter auslegen, zum Beispiel auch die vulnerablen Gruppen, also das Personal in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen, bereits zum dritten Mal impfen. Vom Erlass ist das eigentlich noch nicht vorgesehen, und deshalb wird das bei uns auch noch nicht flächendeckend umgesetzt.“

Die klare Aussage vom Gesundheitsministerium ist die, erst einmal die über 80-Jährigen und die schwerkranken, zum Beispiel die immunsupprimierten Patienten zum dritten Mal zu impfen.

Volker Schmidt

Was allerdings in den Arztpraxen passiert, kann Schmidt nicht abschließend beurteilen – natürlich kann ein Arzt hier bei einem Patienten die Impfung auffrischen, wenn er dies für angemessen hält.

Die Vorgabe des Landes ist es, die Drittimpfungen in den Arztpraxen anzusiedeln, die Auffrischimpfungen sollen ausdrücklich übers Regelsystem laufen. Die KVWL (Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe) hat die Aussage getätigt, dass die Arztpraxen dies hinbekommen werden. Deshalb, und auch, weil das Impfzentrum am 30. September ohnehin schließt, hat der Kreis davon abgesehen, offiziell Drittimpfungen im Impfzentrum anzubieten. Die sollen ausschließlich über die Hausärzte laufen. Und wenn es sich am Ende herausstellen sollte, dass es doch nicht klappt, hat der Kreis noch immer in der Hinterhand, einzelne Impfaktionen – zum Beispiel in Gemeinschaftshallen – zu organisieren. So weit will Schmidt aber im Moment noch nicht denken.

Auch die Behinderten-, Alten- und Pflege-Einrichtungen sind angehalten, Drittimpfungen über ihre Haus- und Betreuungsärzte zu organisieren, sollen eigeninitiativ auf diese Ärzte zugehen. „Ich habe bisher noch keine Rückmeldung, dass dies schon begonnen hat in irgendeiner Einrichtung“, sagt Schmidt, „ich weiß aber, dass die Einrichtungen im Moment mit der Organisation der Drittimpfungen beginnen.“

In diesem Kontext schreckte am Dienstag die Meldung auf, dass in einem Seniorenheim in Oberhausen zwei Bewohner nach der Drittimpfung wiederbelebt werden mussten. Der konkrete Zusammenhang zur Impfung wird noch überprüft, ein ungutes Gefühl hat die Meldung gleichwohl bei dem einen oder anderen hinterlassen.

Eigenverantwortlichkeit ist das Schlagwort

Was den praktischen Ablauf angeht, so gibt es in dieser Phase der Impfungen auch eine Neuerung: Die Impfstoff-Beschaffung für Krankenhäuser läuft nicht mehr zentral über das Impfzentrum. Die Krankenhäuser, die bisher ihren Impfstoff über das Impfzentrum bekamen und dann selbst ihre Mitarbeiter impfen konnten, dürfen inzwischen den Impfstoff selbst direkt bestellen. „Sie können dann natürlich jetzt auch eigenverantwortlich mit ihrem Personal umgehen“, sagt Volker Schmidt.

Eigenverantwortlich – es ist in diesem Kontext das wichtigste Schlagwort. Eine Stiko-Empfehlung zu den Drittimpfungen gibt es noch nicht, genauso wenig wie belastbare Daten, wann diese Impfauffrischungen sinnvoll und notwendig sind. Nach einem halben Jahr bei vulnerablen Gruppen – das ist aktuell der Ansatz, wissenschaftlich ist er umstritten. Aber es geht langsam los mit den Drittimpfungen, auch im Kreisgebiet.

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