Dritter Runder Tisch der Flüchtlingsinitiative

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Die Resonanz auf den 3. Runden Tisch, zu dem die Flüchtlingsinitiative Lüdenscheid ins Bürgerforum eingeladen hatte, war mit rund 100 Teilnehmern einmal mehr gut besucht. Das freute die Sprecher Mechthild Börger und Arnd Lüling (im Vordergrund).

Lüdenscheid - Ein Jahr Flüchtlingsinitiative Lüdenscheid – das ist kein langer Zeitraum, aber in dieser kurzen Zeit hat sich sehr viel getan. Das wurde am Montagabend beim 3. Runden Tisch im Bürgerforum des Rathauses deutlich, an dem erneut rund 100 Teilnehmer Platz nahmen.

Das Bedürfnis, Flüchtlingen mit Rat und Tat zur Seite zu stehen, ist also ungebrochen. Das freute Mechthild Börger, Arnd Lüling und Martin Hartung, die drei Sprecher der Initiative, und auch nach gut zwei Stunden hatte sich keiner vorzeitig verabschiedet, denn es gibt noch viel zu tun. 

Aber zunächst ein Blick zurück, den Mechthild Börger übernahm: Herrschte beim ersten Treffen vor einem Jahr noch eine etwas chaotische Stimmung, zwar bestimmt von dem Wunsch zu helfen, aber ohne in bis dahin geordnete Bahnen, sorgte ein Koordinationskreis zur Vorbereitung auf den 2. Runden Tisch für eine klarere Struktur. 

Kreativität und guter Wille machen vieles möglich

Inzwischen sind acht Arbeitsgruppen gegründet worden, die sich an diesem Abend auch präsentierten. Außerdem informiert eine Homepage über Ziele und Möglichkeiten der Flüchtlingsinitiative. 

3. Runder Tisch der Flüchtlingsinitiative

Nach den Sommerferien wurden Lüdenscheid immer mehr Flüchtlinge zugewiesen. „Es brauchte viel Kreativität, um konkrete Hilfen umzusetzen, und auf diese Kreativität unter allen Beteiligten konnten wir auch setzen. Hinzu kamen guter Wille und Improvisationstalent. Vieles hat gut geklappt. Wir sind zusammengerückt“, betont Mechthild Börger. 

Einsatz mit Hirn, Herz und Humor

Die Flüchtlingsinitiative sei bewusst kein Verein oder eine Organisation, sondern ein lebendiger Organismus. Mit Hirn, Herz und Humor bringe man sich ein. „Das Vertrauen ist gewachsen und zu einer tragfähigen Basis geworden.“ 

Einige Beiträge aus den Arbeitsgruppen zeigten, dass schon einige Rädchen in die anderen greifen, aber es durchaus noch Unterstützungsbedarf gibt. Sylvain Olievier, Leiter des Arbeitskreises Freizeit, Sport und Kultur, berichtete von sportlichen Aktivitäten am Nattenberg und dem Wunsch, eine Fahrrad-Werkstatt auf die Beine zu stellen. 

Von der Kinderbetreuung bis zum Behördengang

Sabine Bomm zeigte auf, wie flexibel die 40 ehrenamtlichen Helfer bei der Kinderbetreuung sein müssen. Gesin Tromsdorf stellte die langfristig angelegte Unterstützung bei der ehrenamtlichen Begleitung von Flüchtlingen vor, sei es bei Behördengängen, Arztbesuchen, Hilfe beim Asylverfahren und vielen Dingen des Alltags. 

Bürgermeister Dieter Dzewas und Beigeordneter Thomas Ruschin lobten die Flüchtlingsinitiative als wichtige und verlässliche Partner und Unterstützer auf dem langen Weg der Flüchtlinge in die Gesellschaft. „Ihr kontinuierliches Engagement macht mir am meisten Mut bei aller Ungewissheit über die künftige Entwicklung“, sagte Ruschin. 

Für die musikalische Begleitung sorgten Monika Schulte-Huermann und Marion Fritsche.

Kommentar zum Thema von Martin Messy

Hut ab vor der Flüchtlingsinitiative Lüdenscheid! In einem turbulenten Jahr hat sich aus einer spontanen Idee, den Zuflucht suchenden Menschen zur Seite zu stehen, ein Verbund von Ehrenamtlern gegründet, der sich das Ziel gesetzt hat, den Flüchtlingen auf vielfältige Weise zu helfen. Jeder bringt sich nach seinen Fähigkeiten ein. Unbeirrt von immer wieder neuen Zuweisungszahlen, unbeirrt auch von einer seit der Silvesternacht in Köln angespannteren Stimmung setzen sie auf Humanität und Hilfsbereitschaft. Dabei hat es sich als Vorteil herausgestellt, dass die Flüchtlingsinitiative nicht auf eine Vereinsgründung gesetzt hat, sondern sich entschlossen hat, ein Organismus zu bleiben, der lebt. Gleichzeitig ist es aber gelungen, mit der Schaffung von Arbeitskreisen eine Struktur zu schaffen. Die ungebrochen große Resonanz zeigt, dass dies gut ankommt und hoffentlich weitere Unterstützer anspricht. Klein ist das Geburtstagskind zwar noch, aber echt stark. 

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