Neuer Raum ab Mittwoch für Besucher zugänglich

Dritte Gedenkzelle im Keller des Alten Rathauses ist fertig

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Der Boden glänzt, die Wände sind gestrichen: Die dritte Gedenkzelle im Keller des Alten Rathauses ist mittlerweile hergerichtet und ab morgen für die Öffentlichkeit zugänglich.

Lüdenscheid - Die Bauarbeiten sind erledigt, ab Mittwoch können die Besucher kommen: Nach rund sechswöchiger Sanierungsphase ist die dritte Gedenkzelle im Keller des Alten Rathauses fertiggestellt. Der vom Lüdenscheider Gedenkzellen-Verein fixierte Zeitplan hat damit reibungslos funktioniert. Mit der neuen Zelle wächst der Umfang der Gedenkstätte deutlich.

Wegen der Herrichtung der dritten Zelle – sie diente zuletzt als Lagerraum – waren die Lüdenscheider Gedenkzellen seit Mitte Dezember komplett für die Öffentlichkeit gesperrt (wir berichteten). Handwerker erledigten Elektro-Installationen und versetzten eine Tür. Die Akteure des Gedenkzellen-Vereins legten aber auch selbst Hand an – sie strichen etwa den Boden und die Wände der dritten Zelle. Die soll künftig ein schlichtes und somit historisch authentisches Erscheinungsbild abgegeben.

Zum Hintergrund: Der Lüdenscheider Gedenkzellen-Verein konnte die Gedenkzellen nach zähem Ringen mit der Lokalpolitik vor knapp fünf Jahren eröffnen. Die Stätte erinnert an Bergstädter Opfer der NS-Gewaltherrschaft.

Die beiden bisherigen Gedenkzellen sind bekanntlich mit Dauer-Ausstellungen belegt. Texte und Schautafeln thematisieren dort das Schicksal jüdischer Bürger und anderer Opfergruppen während des NS-Regimes sowie Zivilcourage und Widerstand gegen die Nationalsozialisten in Lüdenscheid. Dagegen soll die dritte Gedenkzelle künftig Wechselausstellungen vorhalten bleiben. Dafür gib es auch Förderzuschüsse des Landes.

Die erste Wechselausstellung in der dritten Zelle ist mit der Wiedereröffnung der Gedenkzellen auch bereits ab morgen sehen. Sie trägt den Titel „Entwertetes Leben“ und rückt die Euthanasie in der NS-Zeit in den Blick. Rund 200 000 Behinderte, weiß Matthias Wagner vom Gedenkzellen-Verein, wurden während der Nazi-Herrschaft allein in Deutschland getötet. Besagte Präsentation soll laut Wagner nicht nur das Schicksal der Opfer zeigen, sondern auch „zum Nachdenken über das Zusammenleben und den Umgang mit Behinderten in der Gesellschaft anregen“.

Die Euthanasie-Ausstellung läuft bis April. Ihr folgt dann direkt eine Präsentation mit dem Titel „Führer und Verführte“. Bei der geht es um Lüdenscheider Funktionsträger während der NS-Zeit sowie um Leben und Alltag damaliger Jugendlicher.

Die Gedenkzellen im Alten Rathaus sind immer mittwochs von 11 bis 13 Uhr und von 15 bis 17 Uhr geöffnet. Weitere Termine sind nach Vereinbarung möglich.

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