Dreiste Taxifahrer geraten ins Visier

LÜDENSCHEID ▪ Taxifahrern, die ohne Ausnahmegenehmigung durch die Fußgängerzone fahren und das zum Teil auch noch mit arg überhöhter Geschwindigkeit, soll es verschärft an den Kragen gehen. Das forderte am Mittwoch der Bau- und Verkehrsausschuss.

Anlass einer längeren Diskussion war der Vorschlag der Verwaltung, die Zufahrten für Taxis in die Fußgängerzone zum Teil zu begrenzen. Erika Kaemper, Mitglied in der Interessenvertretung für Menschen mit Behinderung und im Club der Behinderten und ihre Freunde (CeBeeF) befürchtete, dass dadurch kranke Menschen, die zu Ärzten in der Innenstadt müssten, eingeschränkt würden, was nicht hinzunehmen sei.

Taxiunternehmer Günter Gerlach erinnerte daran, dass Taxifahrer mit einer Sondergenehmigung für Patientenfahren eine gesetzliche Beförderungspflicht haben. Nur weil es schwarze Schafe gebe, die ohne Genehmigung durch die Fußgängerzone führen, dürften die Patienten nicht bestraft werden.

IG-Vorsitzender Klaus-Martin Pandikow forderte den Entzug der Konzession, wenn Taxifahrer erwischt würden, die ohne Genehmigung und zum Teil viel zu schnell durch die Fußgängerzonen führen. „Die fahren einem teilweise fast über die Socken und rasen zu manchen Zeiten sogar.“

STL-Mitarbeiter Jens Behrendt, der mit Kollegen morgens die Innenstadt reinigt, berichtete von Taxifahrern, die zu schnell führen und sich auch überhaupt nicht belehren ließen. „Mit denen kann man nicht reden.“

Dieter Rotter vom Fachdienst Bauservice erklärte, es gebe 50 generelle Ausnahmegenehmigungen für Patientenfahrten und soziale Dienste. Sie hätten weiterhin genug Möglichkeiten, die Arztpraxen in der Innenstadt zu erreichen. Es gelte aber auch, die Sicherheit der Fußgänger in der Innenstadt zu garantieren. Martin Bärwolf, Fachbereichsleiter Bauen und Wohnen, betonte, nach der Umgestaltung der Innenstadt, in die bekanntlich viel Geld gesteckt worden sei, kämen immer mehr Besucher von außerhalb. „Da ist es in Ordnung, dass wir Wege für Sondergenehmigungen vorgeben und auch an die Sicherheit der Fußgänger denken.“

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