Dreifache Neupflanzung: Projektleiter wehrt sich

Viele Bäume wurden auch auf dem Geländer der ehemaligen Kinderklinik an der Hohfuhrstraße gefällt. Hier sind ebenfalls Ersatzpflanzungen vereinbart.

LÜDENSCHEID - Marco Nipkow, Projektleiter für den Umbau der Humboldt-Villa, wehrt sich gegen den Eindruck, die Bäume rund um das denkmalgeschützte Gebäude seien ohne Rücksicht auf Verluste gefällt worden.

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„Es wurde ein Baumgutachten erstellt, sogar ein Artenschutzgutachten. Und wir haben uns vertraglich gegenüber der Stadt verpflichtet, die dreifache Menge an Bäumen neu zu pflanzen“, so Nipkow. Natürlich sehe es jetzt erst einmal schlimm aus, aber keiner habe Interesse daran, die Fläche zuzubetonieren und grün anzustreichen. „Wir investieren viel Geld für die Neupflanzungen von jungen gesunden Bäumen, die sehr alt werden können, und in das Gebäude, so dass Park und Villa in neuem Glanz erscheinen.“ Gleichzeitig betont Marco Nipkow, es entstehe dort kein Exklusivclub, sondern ein gutes Restaurant in zentraler Lage, mit Terrasse, Bistro, Tagungräumen und einem Laden für Wein und Feinkost, und zwar für alle Bürger dieser Stadt auch ohne Rotary oder Lionsclubmitgliedschaft.“

Jörg Burkowski vom städtischen Fachdienst für Umweltschutz und Freiraum, bestätigt die vereinbarte hohe Zahl von Ersatzpflanzungen, die mit der Bebauungsplanänderung für den Umbau der Villa an der Humboldstraße erforderlich war. „Es wird ein vielfaches dessen, was gefällt wurde, neu gepflanzt, und zwar nicht nur auf dem Gelände rund um die Villa, sondern auch noch als externer Ausgleich im Stadtgebiet.“

Das Thema bewegt viele Lüdenscheider, wie die rege Diskussion unter www.come-on.de zeigt, aber auch mehrere Anrufe, die die Redaktion gestern erreichten. Verwunderung herrschte darüber, dass zurzeit an mehreren Standorten im Stadtgebiet die Baumsäge angesetzt werde. Ein gravierender Einschnitt ist auch auf dem Gelände der ehemaligen Kinderklinik an der Hohfuhrstraße zu beobachten, wo die Rothmann Immobilien GmbH, wie berichtet, hochwertige Häuser errichten will. „Dass die Fällungen alle in den vergangenen Wochen erfolgt sind, hat mit dem Bundesartenschutzgesetz zu tun“, sagt Jörg Burkowski. Seit dem letzten Jahr spielten daraus resultierende artenschutzrechtliche Bestimmungen eine große Rolle. Fällungen seien daher nur in den Wintermonaten möglich, um Tiere zu schützen. „Deshalb hat das jetzt den Charakter einer Hauruck-Aktion.“

Geschäftsmann Gerhard Winkler findet dennoch, man dürfe nicht alles wirtschaftlichen Interessen unterordnen, wenn es um das wertvolle Grün in der Stadt gehe.

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