Drei Jahre Extraschicht für den Sozialdezernenten

Dr. Wolfgang Schröder.

LÜDENSCHEID ▪ Dr. Wolfgang Schröder möchte über seine Pensionsgrenze hinaus im Amt bleiben. Nach LN-Informationen hat der Sozialdezernent gestern die Vorsitzenden der Lüdenscheider Ratsfraktionen davon in Kenntnis gesetzt, dass er einen entsprechenden Antrag stellen werde. Rechtlich ist allerdings noch zu klären, ob der Stadtrat, der ihn gewählt hat, oder der Bürgermeister die richtige Adresse dafür ist. Mit Dieter Dzewas, der nicht als Befürworter einer solchen Extraschicht gilt, hatte Schröder zuvor ein Gespräch über seine berufliche Zukunft geführt.

Schröders Wunsch sei durchaus mit dem geltenden Beamtenrecht vereinbar, hieß es gestern in ersten Stellungnahmen aus der Politik. Dem Antrag eines Wahlbeamten auf eine bis zu dreijährige Verlängerung seines Dienstverhältnisses könne nur dann nicht entsprochen werden, wenn zwingende dienstliche Gründe dem entgegenstünden, hieß es.

Dr. Wolfgang Schröder wurde im September 2008 mit den Stimmen aller Ratsfraktionen bei fünf Enthaltungen aus den Reihen der SPD für acht Jahre wiedergewählt. Zum Zeitpunkt seiner regulären Pensionierung im Jahr 2012 wären davon erst vier Jahre um. Sollte Schröder verlängern, so würden während dieser drei Jahre keine Zahlungen in die Pensionskasse für den Dezernenten fällig, hieß es. Allerdings gibt es andere Pläne, denenzufolge bei einem „pünktlichen“ Ausscheiden Schröders für die Dauer der Wiederbesetzungssperre kein Dezernentengehalt mehr zu zahlen wäre. Unbesetzte Stellen kosten nichts, lautet hier die schlichte Rechnung.

Zu den Gründen für seinen Schritt will Dr. Wolfgang Schröder erst heute Stellung nehmen. Es heißt, der Dezernent fühle sich fit, die Arbeit im Dezernat für Schulen und Sportstätten, Soziales und Jugend mache ihm Freude und er fühle sich noch nicht reif für das Rentenalter. Angeblich will Schröder sogar auf Weiterbeschäftigung klagen, wenn sein Antrag abgelehnt werden sollte.

Vor wenigen Tagen sprach der Sozialdezernent bei der Vorstellung eines „Seniorenwegweisers“ vom „aktiven Altern“. Im Jahr 2004 entwickelte sein Dezernat einen Fragebogen, der Aufschluss darüber geben sollte, wie sich Frauen und Männer ab 55 Wohnen und Leben im Alter vorstellen, welche Bedürfnisse sie haben, welche Angebote ihnen vorschweben. Diese Fragen scheinen auch ihn beschäftigt zu haben. ▪ thk

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