Drastische Zunahme von Burnout-Erkrankungen

Lüdenscheid - „Erschreckende Fakten“ offenbarte auf der aktuellen Jahreshauptversammlung des Ortsverbandes der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) im Restaurant Nattenberg die Referentin Waltraut Miebs

Sie ist im Hauptpersonalrat Gesamtschulen zuständig für den Arbeits- und Gesundheitsschutz und für die GEW NRW Mitglied im Referat „Arbeits- und Gesundheitsschutz“. Die Zahl der Kolleginnen und Kollegen, die die Pensionsgrenze nicht erreichen, steige kontinuierlich an. Die Krankheitsrate der Lehrerinnen und Lehrer liege über der in anderen Berufen. Es sei eine drastische Zunahme von Burnout-Erkrankungen zu verzeichnen.

„Die Hauptursachen aller Dienstunfähigkeitsfälle sind nach einer Untersuchung der Landesunfallkasse psychische Ursachen (52%). Psychische Belastungen sind nicht nur einfach Befindlichkeitsstörungen, sondern wirken sich auf den ganzen Körper aus: Bluthochdruck, Erhöhung des Cholesterin-Spiegels, Herz- Kreislauf-Erkrankungen, Schlaflosigkeit. Nach diesen Ergebnissen hat der Landesrechnungshof die Landesregierung als Arbeitgeber aufgefordert, präventiv im psychosozialen Bereich tätig zu werden. Also sollen die psychischen Belastungen, die am Arbeitsplatz Schule entstehen, in den Mittelpunkt gerückt werden, betont Miebs. Als Hauptbelastungsfaktoren wurden nach einer Umfrage unter Lehrkräften Lärm, zu große Klassen und aggressives Verhalten genannt.

Diskutiert wurde von den Anwesenden die Frage, inwieweit jeder einzelne für seine psychosozialen Belastungen selbst verantwortlich ist oder inwieweit die schulischen Bedingungen (große Klassen, unzureichende Ausstattung usw.) zur ständigen Überbelastung führen. Einigkeit bestand jedoch laut Eva Schmitz-Beuting, Vorsitzende des Ortsverbands der GEW darin, dass die Verantwortung für die Gesundheit der Beschäftigten nicht an die Kolleginnen und Kollegen zurück delegiert werden darf, sondern dass das Schulminsterium seiner gesetzlichen Verpflichtung, für den Arbeits- und Gesundheitsschutz zu sorgen, auch nachkommen muss.

Da auch das Thema „Inklusion“ zu einer erheblichen Mehrbelastung der Kollegien führe, soll es 2012 eine Samstagsveranstaltung zum Thema „Inklusion“ durchgeführt werden. Weiterhin wird am 16. März nächsten Jahres eine Veranstaltung mit dem l4ehrerkabinett „Die Didaktiker“ stattfinden.

Für ihre langjährige und teilweise sehr aktive Mitgliedschaft in der GEW wurden geehrt: Johanna Henrichs (25 Jahre), Alfred Krüner (40 Jahre), Gisela Schumacher (60 Jahre), Heinz Doell (60 Jahre).

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