"Dra & Cula" feiert  eine gelungene Premiere

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Packendes Spiel boten Thomas Wewers (links) und Andreas Stach in „Premiere von Dra & Cula“ in der Alten Schule.

Lüdenscheid - Rasantes Theater, gespickt mit Wortwitz und beschleunigt durch unzählige Rollenwechsel, haben die Zuschauer der „Premiere von Dra & Cula“ im integrativen Theater in der Alten Schule erlebt. „Die einzig wahre Geschichte über Dracula“ sollte mit dieser Premiere ans Licht kommen.

Sämtliche Kollegen hatten die Akteure Andreas Stach und Thomas Wewers im Stich gelassen und nun mussten sie das Stück im fliegenden Rollentausch alleine stemmen. Johannes Soppas Stück ist als gewagte Theaterimprovisation angelegt und die beiden Akteure meistern das skurrile Treiben auf höchst vergnügliche Weise.

In dieser Inszenierung stammen die Vorfahren Draculas aus der Stadt des Lichts. Man stellte hier Blutwürste her. Zentraler Ort der Handlung ist letztlich der Reidemeister und mitten im Geschehen Wirtin Bärbel. Der Meister ruft und schon düst Andreas Stach als Notar Schlemmertrunk gen Transsilvanien, wird von Draculas Hund angezuzzelt, flieht mit Hexe Albine-Latrine in die Stadt des Lichts.

Weitere Aufführungen sind am 7., 8., 11., und 12. November, Beginn jeweils um 19.30 Uhr.

Dort weilt bereits der kurzzeitig beflügelte „Dracula“ Wewers. Der altersschwache und gebrechliche Meister aller Meister ist in die Verlobte des Notars verliebt, möchte sie so gerne zubeißend ein wenig anzapfen. Bis dahin stritten die Mimen über den möglichen weiteren Verlauf des Stückes, wer wann etwas zu sagen hatte, prägten sich Szenenabläufe ein und entledigten sich im Eilzugtempo des szenischen Fortschritts der Handlung.

Die Dramaturgie wollte es, dass weder Holzhammer, Pflock, Weihwasser noch Holzkreuz oder fromme Gebete das Grauen entschärften. Wirtin Bärbel und Unmengen ihrer Graupensuppe wie anderer Köstlichkeiten entgifteten den alten Herrn, in den sich die Reidemeisterin verliebt hatte. Ende gut, alles Blutorangensaft. Temporeich inszenierte Anna Renner diese Farce von Johannes Soppa.

Gediegenes Licht illuminierte das satirisch-komische Geschehen. Das vorab mit Licht an den hinteren Vorhang gezeichnete Herz konnte im Nachhin-ein als offenes Spiel der Dramaturgie gesehen werden. Kleinigkeiten wie vorab die Erkennungsmelodie der Edgar-Wallace-Filme kurz laufen und den Techniker eine Entschuldigung ausrufen zu lassen, zeigen an, dass dieses Verwirrspiel bis ins Kleinste durchdacht in Szene gesetzt wurde.

Ein Theaterstück, bei dem sich die beiden Akteure sehr zum Vergnügen ihres Publikums die Seele aus dem Leib und das Auditorium schwindlig spielen. - usc

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