Zwischen Trauer und Hoffnung

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Euphonico aus Dortmund erfüllte auch in schwierigen Passagen bei einem Konzert in der Erlöserkirche alle Erwartungen.

LÜDENSCHEID - Überwältigend war zunächst die Zahl der Besucher, die sich zum Konzert des A-Cappella-Chores Euphonico in der Erlöserkirche eingefunden hatten. Die hohen Erwartungen an den Dortmunder Chor unter Annadora Reimer sollten über weite Strecken des Konzertes erfüllt werden.

Mit außergewöhnlich lang anhaltendem Beifall quittierte das kritische Publikum diesen Auftritt und erhielt nach einem Konzert mit Überlänge obendrauf zwei Zugaben.

Passend der Einstieg mit Lee R. Kesselmans „Ad Amore“ nach einem Text von Dante: Ein steiler fanfarenartiger Auftakt, der – in diesem Fall läuteten die Glocken vorab – normalerweise noch von Schlägen ungestimmter Glocken zu begleiten ist.

Drei Werke unterschiedlicher Epochen, die das „Sanctus“ zum Inhalt haben, wurden in einem Block zusammen gefasst: die Sancti von Palestrina, Franz Schubert und André Caplet. Ein reizvoller Kontrast, den der Chor entsprechend bearbeitete. Ein erster Höhepunkt dieses Nachmittags war mit Knut Nystedts „Santa Maria“ angezeigt. Das anspruchsvolle Stück des Norwegers stellt hohe Anforderungen an Beweglichkeit, rhythmisches Verständnis und Fähigkeit der Steuerung von Klangfarben. Meisterlich interpretierte Euphonico Nystedt, und am Ende erhob sich spontan Beifall. Alessandro Scarlattis barocke Pracht blitzte in „Exultate Deo“ auf, und einen weiteren Höhepunkt gab es mit „Veni Creator Spiritus“, einer Komposition des Zeitgenossen Xabier Sarasola.

Wenig Sinn machte es, diesem Programm noch eine Infusion mit Traditionals wie „Deep River“, „Swanee River“, „Greensleeves“ und „An Irish Blessing“ zu verabreichen. Die zum Teil kunstfertigen Bearbeitungen brachen die Ästhetik einfachen Liedes und die Logik des Programms.

Begleitet von Kantor Dmitri Grigoriev an der Orgel unterstrich Euphonico mit der „Messe brève en l’honneur de Saint Anne“ von J. Guy Ropartz erneut den Eindruck eines in hohem Maße gediegenen Chores mit großer Homogenität. Dmitri Grigoriev, eine Woche zuvor noch an gleicher Stelle mit einem reinen Bach-Programm zu Werke, spielte von J. Guy Ropartz das „Prélude funèbre“, hielt dabei die schwierige Balance zwischen Trauer, Hoffnung und Gewissheit. - usc

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