Der Pornokönig von Lüdenscheid und sein Geld

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Im Seniorenzentrum Reseda Lutea holte sich die Autorin ein paar Anregungen für ihre Geschichte. - Foto: Nougrigat

Lüdenscheid - Ein Flair, weit weg vom Krankenhauscharakter – damit wirbt sie, die Seniorenwohnanlage Reseda Lutea, ein großer Innenhof, Grünanlagen mit Wasserlauf, komfortable, elektrisch verstellbare Pflegebetten in 58 Einzelzimmern. In einem davon liegt der Pornokönig von Lüdenscheid.

Zumindest ist der das in der Kurzgeschichte, die die Krimiautorin und Fernsehjournalistin Gabriella Wollenhaupt für die Anthologie „Mord am Hellweg“ geschrieben hat. Vom 20. September bis 15. November dieses Jahres wird in der Region wieder gemetzelt und gemeuchelt.

„Sexy Hölle Hellweg“ lautet in diesem Jahr das Thema – das Westfälische Literaturbüro in Unna als Veranstalter des größten europäischen Krimifestivals hat der Dortmunder Autorin Lüdenscheid als Ort des Geschehens zugedacht. „Altenheim, Sex, und ein Mord müssen vorkommen“, fasst Gabriella Wollenhaupt in absoluter Kürze zusammen, was ihre Geschichte hergeben musste, „das wird vom Literaturbüro so vorgeschrieben.“

Gabriella Wollenhaupt schrieb den Lüdenscheid-Krimi.

Von Lüdenscheid wusste sie zu Beginn ihrer Recherche nur die Eckdaten: „Es regnet da viel, und mein Masseur kommt da her. Es gibt einen Puff, ein Sauerlandcenter, die Altstadt und ein Altenheim namens Reseda.“ Im letzten Sommer war sie mit ihrem Ehemann auf Spurensuche in Lüdenscheid, gemeinsam mit VHS-Leiter Andreas Hostert. Unter anderem stand auch ein Besuch im Seniorenheim Reseda Lutea auf dem Besichtigungsprogramm. Immerhin ist die Handlung des Wollenhaupt-Krimis in einer Lüdenscheider Seniorenresidenz angesiedelt: „Die waren da sehr freundlich und zugänglich“, erinnert sich die Autorin an ihren Besuch.

Zwei junge Mädchen in der Berufsfindungsphase arbeiten in dem Kurzkrimi in dieser Senioreneinrichtung, in der der mit viel Geld behaftete Pornokönig der Bergstadt bettlägerig untergebracht ist. Nichts funktioniert körperlich nach einem Schlaganfall mehr so ganz richtig, bis auf diverse männliche Freuden. Diesen nehmen sich die beiden jungen Damen aus Mitleid an. Hinzu gesellt sich der Sohn des alternden Mannes, der scharf auf dessen Geld ist, aber nicht weiß, wo’s versteckt ist, der Mord an einer Pflegekraft komplettiert die Geschichte.

„Der Titel steht noch nicht fest, vielleicht sowas wie ,Lüdenscheider Lustparade’ oder so“, sagt die Fernsehredakteurin, die schon 1993 ihren ersten Krimi herausbrachte. Bekannt wurde sie für ihre Krimis mit der kultigen Reporterin Maria Grappa, die in ihrer Heimat „Bierstadt“ von 1993 bis heute mehr als zwei Dutzend Fälle gelöst hat. Zuletzt erschien von ihr in diesem Jahr „Grappa sieht rosa“ (2014).

„Sexy.Hölle.Hellweg.“ ist die siebte „Mord am Hellweg“-Anthologie und Gabriella Wollenhaupt ist mit Autoren wie Volker Kutscher (Köln), Peter Godazgar (Halle) und Andreas Gruber (Wien) in bester Gesellschaft. Der Krimiband tritt den Beweis dafür an, dass die Region zwischen Dortmund, Unna und Hamm recht aktiv ist. 22 erotische Geschichten erscheinen im Herbst, in denen es um Liebe, Lust und Leidenschaften geht.

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