Abiturienten sollen bestmöglich vorbereitet werden

Doppeltes Personal in Schulen nötig

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70 Abiturienten sind in der Adolf-Reichwein-Gesamtschule betroffen und 162 Schüler der 10. Klassen.

Lüdenscheid - In einer Woche sollen die Schüler, die vor einer Abschlussprüfung stehen, auf freiwilliger Basis wieder in die Schule gehen. Regulärer Unterricht findet nicht statt, sondern eine gezielte Vorbereitung auf die Prüfungsfächer.

Die Adolf-Reichwein-Gesamtschule plant dazu projektartiges Arbeiten in allen für das Abitur relevanten Kursen, erklärt Schulleiter Frank Bisterfeld. „Wir hatten auch sonst vor dem Abitur Projekttage, aber nicht über so einen langen Zeitraum“, sagt er. Und die Kurse müssten nun in kleinere Gruppen eingeteilt werden, damit ausreichend Abstand eingehalten wird. Das gilt auch für die 162 Schüler der 10. Klassen, die ebenfalls wieder in die Schule können. Dazu sei doppeltes Personal nötig, sagt Bisterfeld. Einige Lehrkräfte fallen jedoch weg, da sie altersbedingt oder durch Vorerkrankungen zur Risikogruppe gehören.

Ähnlich wie in der Gesamtschule wird es auch in den Gymnasien ablaufen. Es werde überlegt, wie die Kurse aufgeteilt werden können und Pläne erstellt, damit sich nicht zu viele Schüler in einem Raum befinden, sagt Dieter Utsch, Schulleiter des Bergstadt-Gymnasiums. Zudem müsse sich mit den anderen beiden Gymnasien abgestimmt werden, da einige Leistungskurse in Kooperation stattfinden. Was die Umsetzung der Maßnahmen angeht, werden die Schulen mit Hygieneplänen der Stadt als Schulträger ausgestattet.

„Es ist gut, dass die Schüler, die Abitur machen, noch einmal in die Schule kommen können und Stoff vermittelt bekommen“, sagt Dieter Utsch. Es sei entscheidend, den Abiturienten nach dieser langen Zeit die bestmögliche Vorbereitung zu liefern. Trotzdem sei es schwierig, die hygienischen Standards umzusetzen, zum Beispiel auch bezüglich Masken. Es gebe keine Pflicht dazu, man könne nur an die Lehrer und Schüler appellieren.

„Ich bin froh, dass ich diese Entscheidung nicht treffen musste“, sagt Frank Bisterfeld. Es sei sicherlich richtig, mit den älteren Schülern zu beginnen, schließlich bräuchten diese Klarheit bezüglich ihrer Prüfungen. In der Schule Abstand zu halten und das zu kontrollieren halte er jedoch ebenfalls für schwierig. Zudem hätte er sich mehr Zeit für die Vorbereitung gewünscht. Hygienische Voraussetzungen müssten geschaffen werden und die Organisation des Transports zur Schule.

Ab dem 4. Mai darf auch das 4. Schuljahr wieder die Schulen besuchen. Auch wenn es grundsätzlich so ist, dass jüngere Schüler mehr Betreuung und Erklärung beim Lernen benötigen, halten Barbara Vulic, Schulleiterin der Pestalotzzischule, und Bettina Göldner, Schulleiterin der Wehberger Schule, die Entscheidung der Regierung für den richtigen Weg. „Den Kindern zu verdeutlichen, dass sie den Abstand einhalten sollen, ist schwierig“, sagt Barabara Vulic. In der vierten Klasse könnte dies gerade so gelingen. In beiden Schulen werden kleine Gruppen eingerichtet und auf das gesamte Gebäude verteilt. Zudem sollen jeden Tag die Kontaktflächen gereinigt werden. Ein Plan, wie die Pausen gestaltet werden, muss noch aufgestellt werden. Vermutlich werden diese mit einzelnen Kindern und dann zeitversetzt stattfinden.

Die übrigen Klassen werden weiterhin zuhause mit Lernmaterial versorgt. „Lernunterschiede wird es sicherlich geben, da die Unterstützung zuhause nicht immer gleich ist. Das lässt sich nicht vermeiden, wir können nur versuchen, den Stoff bestmöglich weiterzugeben“, sagt Bettina Göldner. So sieht es auch Barbara Vulic. „Wir versuchen, das Material mit bildlichen Erklärungen selbsterklärend zu gestalten.“ Nach Corona werde es aber sicherlich viel Zeit in Anspruch nehmen, alle auf einen Stand zu bekommen.

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