Spielzeiteröffnung

"Don Carlos" im Kulturhaus: Spannung vor der Premiere

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Das Bühnenbild zwischen Panzer, Rehkitz und Mondschein macht neugierig – Sebastian Tewinkel, Corinna Lanz, Bernd Schmitt und Rebecca Egeling (von links) sind gespannt, wie die Premiere von „Don Carlos“ ankommt.

Lüdenscheid - Ein hölzerner Panzer, dessen Geschützrohr auf ein riesiges Rehkitz zielt. Dazwischen sind die Konturen von Körpern zu sehen, so wie sie von der Polizei nach Unfällen oder Verbrechen markiert werden. Das Bühnenbild von Birgit Angele für die Aufführung von „Don Carlos – Corridors of Power“ wirkt verstörend – und wird es während der Inszenierung erst recht, verspricht Regisseur Bernd Schmitt.

Denn die Frage werde sein, ob der Panzer gegen das Kitz überhaupt eine Chance habe. Denn dieses dient gleichzeitig als Projektionsfläche für unterschiedliche Bilder, unter anderem aus dem Inneren des Panzers. Er spricht von der Bühne als Koordinatensystem. Mehr möchte er vor der Premiere des gemeinsamen Projekts des Landesjugendorchesters NRW und des Vereins Zukunft Kultur am Freitag nicht verraten.

Bereits seit Donnerstag ist das Team in Lüdenscheid, um sich auf die Premiere vorzubereiten, die im Rahmen der Spielzeiteröffnung des Kulturhauses stattfinden wird. Am Wochenende standen Beleuchtungsproben auf dem Programm. Am Dienstag waren die Sänger an der Reihe, bevor am Mittwoch das Orchester seinen Auftritt an die Bühne des Kulturhauses anpasst. Am Donnerstag findet die Generalprobe statt.

Für alle Beteiligten ist die Opernaufführung eine besondere Herausforderung, betont Cornelia Lanz, die die Rolle der Prinzessin Eboli singt und gleichzeitig als Vorsitzende des Vereins Zukunft Kultur zu den Initiatoren des Projekts gehört. Seit fünf Jahren widmet sie sich der interkulturellen Kulturarbeit, weil sie überzeugt ist, dadurch Verständnis und Frieden schaffen zu können. In der Operninszenierung werden zum Beispiel zwölf Personen in der Rolle des Grosinquisitors das System der Macht repräsentieren, erzählt sie. Sechs davon sind Syrer, die eigens Stepptanz gelernt haben. Sechs weitere Darsteller sind Baritone.

Der musikalische Leiter Sebastian Tewinkel berichtet von der besonderen Herausforderung für die Musiker des Landesjugendorchesters. Sie seien alle sinfonische Programme gewohnt, die Aufführung einer Oper sei etwas ganz anderes. Es fehle ihnen sowohl die „positive als auch die negative Routine“. Damit meint er zum einem die Erfahrung, zum anderen aber auch die Lässigkeit, die sich möglicherweise einschleicht, wenn man etwas zum wiederholten Mal macht.

Auch Kulturhausleiterin Rebecca Egeling kann sich der Spannung dieses Projekts, bei dem sich junge Musiker – allesamt erste Preisträger von Jugend musiziert auf Landesebene –, Opernsänger und Flüchtlinge gemeinsam an einen klassischen Opernstoff wagen. Die interkulturelle Arbeit war ein Grund für sie, das Projekt nach Lüdenscheid zu holen. Ein weiterer war der Wunsch des Lüdenscheider Publikums, einmal wieder eine Oper zu erleben.

Für die Premiere gibt es noch Restkarten zu Preisen zwischen 23,65 und 30,25 Euro an der Theaterkasse des Kulturhauses. Diese ist dienstags bis freitags von 10 bis 13 Uhr und von 16 bis 19 Uhr sowie samstags von 10 bis 13 Uhr geöffnet.

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