Lüdenscheider DJ Eule produziert mit dem Hip-Hop-Star das neue Album

„Kool Savas ist ein netter und umgänglicher Typ“

Kool Savas Bautz Lüdenscheid
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Kool Savas war einer der Höhepunkte des Bautz-Festivals in Lüdenscheid.

Die Zusammenarbeit des Lüdenscheiders André Mattick (DJ Eule) mit Kool Savas währt schon viele Jahre. DJ Eule kennt den Rapper seit seinen musikalischen Anfangstagen und arbeitete an einigen Tracks des neuen Kool-Savas-Albums „Aghori“ mit. Das Album erschien im Februar und setzte sich wie auch die meisten Vorgängeralben von Kool Savas gleich in der Release-Woche auf Platz 1 der deutschen Albumcharts fest

Lüdenscheid – August 2019, Bautz, Nattenbergstadion. Auf der Hauptbühne steht einer der erfolgreichsten deutschen Musiker – der Berliner Hip-Hop-Künstler Kool Savas. Mit auf der Bühne bei dem furiosen Auftritt steht ein Lüdenscheider. André Mattick, in der Bergstadt eher bekannt als DJ Eule und Organisator der Hip-Hop-Acts beim Bautz-Festival.

„1999 nahm ich mit meinem damaligen musikalischen Partner Claudio Naber, der sicher vielen unter seinem Künstlernamen Absztrakkt bekannt ist, gemeinsam eine Platte in Aachen bei dem inzwischen leider nicht mehr existierenden Label ,Put Da Needle To Da Records’ auf“, erinnert sich André Mattick. „Das war das gleiche Label, bei dem Kool Savas damals seine ersten Tracks veröffentlichte, und er war zum gleichen Zeitpunkt dort wie wir.“ Savas produzierte vor Ort wohl zeitgleich seine erste, damals kontrovers diskutierte Single „LMS/Schwule Rapper“, die ihn über Nacht bekannt und zum Shooting-Star der Hip-Hop-Szene machte.

Kool Savas und André Mattick verstanden sich auf Anhieb gut, kamen ausgiebig ins Gespräch und trafen sich in den folgenden Jahren immer mal wieder auf verschiedenen Events. Darüber hinaus arbeiteten die beiden Musiker zusammen: DJ Eule war in die Produktion des 2016er Kool-Savas-Albums „Essahdamus“, der Kool Savas- und Sido-Kooperation „Royal Bunker“ im Jahr 2017 sowie des Savas-Mix-Tapes „Rap Genius 2“ 2019 involviert. Der Lüdenscheider hatte sich zu diesem Zeitpunkt längst in der deutschen Hip-Hop-Szene einen Namen gemacht und produzierte unter anderem zahlreiche namhafte und erfolgreiche Künstler wie zum Beispiel Sam Sillah.


„Die neue Kooperation mit Savas kam im Wesentlichen durch den Rapper Cr7z (Christoph Hess) zustande, den ich auf meinem eigenen Label Arjuna produziere und den auch Savas kannte“, erzählt André Mattick. „Savas meldete sich 2018 wieder bei mir und bot mir an, als Live-DJ mit ihm auf Tour zu gehen.“ Das Angebot nahm DJ Eule natürlich sehr gerne an und stand somit auch am Nattenberg mit auf der Hauptbühne.

Kool Savas (Savas Yurderi) mit dem Lüdenscheider DJ Eule.

Vorläufiger Höhepunkt seiner Kooperationen mit Kool Savas ist die Mitarbeit an „Aghori“, bei dem Mattick bei zwei Tracks als Audio-Engineer (Toningenieur) fungierte und darüber hinaus beim Opener des Albums, „Optik4Life“, die finalen Scratches beigesteuert hat. „Einerseits war die Arbeit am Album zwar sehr stressig für uns, weil wir oft die Zeit im Nacken hatten, aber ,Aghori’ ist eben auch sehr abwechslungsreich geworden“, erzählt Mattick. Die Arbeit mit Kool Savas sei immer sehr kollegial und freundschaftlich abgelaufen, man habe oft gemeinsam gegessen und eine gute Zeit gehabt. „Savas ist ein sehr netter und umgänglicher Typ, der mit allen freundschaftlich und auf Augenhöhe arbeitet“, betont der Lüdenscheider. Ob indes angesichts der Corona-Pandemie die geplante Aghori-Tour im Oktober 2021 stattfinden kann, steht noch in Sternen, wobei DJ Eule nicht wirklich daran glaubt und damit rechnet, dass sie auf 2022 verschoben werden muss. Gleiches gilt für das von ihm mitorganisierte Bautz-Festival.

Die Fans wissen, dass wir im Moment Probleme haben, wenn die Live-Konzerte ausbleiben, und unterstützen uns, wo sie können.

DJ Eule

Mit seinem Label Arjuna habe er sich dank der vielen Fans bisher recht gut durch die Corona-Zeit und die Lockdowns lavieren können. „Da haben wir einfach mehr Releases rausgehauen und mehr Merchandise aufgelegt“, so der Lüdenscheider, „die Fans wissen, dass wir im Moment Probleme haben, wenn die Live-Konzerte ausbleiben, und unterstützen uns, wo sie können.“

Im vergangenen Jahr konnte der Lüdenscheider zusammen mit Kool Savas lediglich zwei Autokonzerte realisieren: „Aber auch das ist nicht dasselbe. Es fehlt dabei einfach der Kontakt zum Publikum, die direkte Interaktion zwischen den Künstlern und den Fans.“ Insgesamt leide gerade die Kunst und die Kultur, die von der Politik vollkommen im Stich gelassen werde, sehr unter der Pandemie: „Viele Menschen werden am Ende ihren Lebenstraum, Musik zu machen, nicht mehr fortführen können.“

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